Conversations statt WhatsApp

(Update 1 am 27.01.19: Zur XMPP-Kontenauswahl auf Ausf├╝hrung u. Beispiel im ChatSecure-Beitrag verwiesen)

Der Beitrag „ChatSecure statt WhatsApp“ in diesem Blog erl├Ąutert schon einige wenige Probleme die sich aus der Nutzung von Messengern wie WhatsApp ergeben. Bitte lesen Sie ggf. dort

  • den Einleitungsteil, sowie
  • das Anlegen einer XMPP-ID bei einem Provider Ihrer Wahl
    (Kolleg/innen, Freunde u. Bekannte unserer Familie erhalten auch gerne eine XMPP-ID bei mir – bitte Mail)

ChatSecure ist die empfohlene XMPP-Client-App f├╝r iOS-basierende Ger├Ąte. F├╝r Android-Ger├Ąte ist die empfohlene XMPP-Client-App „Conversations„.

Kurz-Leitfaden vorab:

  1. Bei einem der frei verf├╝gbaren XMPP-Server ein Konto anlegen
  2. Soweit noch nicht vorhanden den F-Droid-Store installieren falls man Conversations kostenfrei installieren m├Âchte
  3. Conversations installieren (├╝ber Google Play Store, oder eben F-Droid)
  4. Konto in Conversations konfigurieren
  5. Freunde hinterlegen und Kontakt aufnehmen

Nun aber los …

Die Conversations-App ist ├╝ber den Google Play Store kostenpflichtig erh├Ąltlich (Stand 8.5.2018 f├╝r 4,99 ÔéČ), oder kostenfrei ├╝ber den alternativen App-Store F-Droid.

Conversations-Installation ├╝ber den F-Droid-App-Store

Was ist denn bitte sch├Ân F-Droid?

Der F-Droid-App-Store ist eine Alternative zu „Google Play„, dem offiziellen App-Store von Google. W├Ąhrend Google Play meist vorinstalliert ist, und Android den dortigen Apps von Haus aus vertraut, ist das bei F-Droid nicht so voreingestellt. Somit muss erst einmal der F-Droid-App-Store installiert werden, aber noch wichtiger, die Installation von Apps die nicht von Google-Play kommen muss erlaubt werden.

Sie fragen sich jetzt eventuell ob das nicht doch ziemlich unsicher ist!? Nun, nach Meinung der meisten IT-Profis nicht! Denn die Apps auf Google-Play sind nicht gepr├╝ft, w├Ąhrend Apps im Normalfall nur in den F-Droid-Store schaffen wenn sie Open-Source sind und sich da jemand angeschaut hat. Aber das ist nat├╝rlich Ihre Entscheidung, und Ihr „Risiko“. Ich selbst installiere Apps nur von F-Droid und sch├Ątze die dortige Vorauswahl an guten, sicheren Apps! Was es dort nicht gibt, braucht man im Normalfall auch nicht – zumindest ich nicht.

Um der Warnung, dass es sich um eine App aus einer unbekannten Quelle handelt, im Rahmen der Installation zuvor zu kommen, aktivieren Sie die relevante Genehmigungs-Option am besten schon vorab. Gehen Sie dazu wie folgt vor:

  • Gehen Sie in die Einstellungen Ihres Ger├Ąts – das typische Zahnrad-Icon
  • Lokalisieren Sie im Abschnitt „Nutzer“ die Option „Sicherheit“ und tippen Sie diese an
  • Im dortigen Bereich „Ger├Ąteverwaltung“ aktivieren Sie die Option „Unbekannte Herkunft – Installation von Apps aus unbekannten Quellen zulassen

Das war’s schon. Jetzt k├Ânnen Sie zur Installation schreiten.

Installations-Anleitung f├╝r den F-Droid-App-Store und Conversations

Gehen Sie mit einem Browser Ihrer Wahl (hier Chromium) auf die Website des F-Droid-Projekts – https://f-droid.org/de/. Laden Sie einmalig die Installationsdatei der App (FDroid.apk) ├╝ber antippen der Schaltfl├Ąche „F-DROID HERUNTERLADEN“ auf Ihr Ger├Ąt herunter. Die dabei angezeigte Warnung, falls Sie den vorigen Abschnitt nicht vorab umgesetzt haben, ignorieren Sie.

Nach dem Download erscheint je nach Browser / nach Android-Version ein kurzer Hinweis den man antippen kann um die APK-Datei zu ├Âffnen und damit den Installationsvorgang zu starten …

… oder man findet den Download im ├╝bliche Men├╝ das man durch Wischen vom oberen Bildschirmrand aus ├Âffnen kann.

Wenn Sie eine der beiden Meldungen antippen wird damit der Installationsvorgang angesto├čen. Typischerweise ist Ihr Android aber so eingestellt, dass es nur Apps aus dem Google Play Store ohne zu murren installiert (siehe voriger Abschnitt), und damit wird bei diesem Installationsversuch zuerst die nachfolgende Information angezeigt.

Tippen Sie hier „EINSTELLUNGEN“ an um die Installation von Apps aus unbekannten Quellen zu erlauben. Sie werden dann in den Sicherheits-Unterbereich der Android-Einstellungen weitergeleitet. Dort erscheint erneut eine erl├Ąuternde Warnung, die Sie aber auch mit „OK“ quittieren.

Letztendlich sollte die Einstellung „Unbekannte Herkunft – Installation von Apps aus unbekannte Quellen“ zumindest f├╝r diesen Vorgang tempor├Ąr erlaubt werden.

Alternative ist wie schon erw├Ąhnt die kostenpflichtige Installation von Conversations aus dem Google Play Store.

Wenn Sie nun erneut zum Installationsdialog wechseln (im Notfall im Datei-Manager die APK-Datei FDroid.apk antippen) ist es nun m├Âglich die App zu installieren.

Nach der Installation k├Ânnen Sie nun die F-Droid-App starten. F-Droid aktualisiert nun, ├╝ber einen Download im Hintergrund, die Liste der verf├╝gbaren Apps. Das kann je nach Internet-Geschwindigkeit ein wenig dauern. ├ťber kurz oder lang sollten jedoch installierbare Apps angezeigt werden.

Tippen Sie nun unten rechts auf das Lupen-Icon und suchen Sie nach der Conversations-App. Im nachfolgenden Screenshot ist es die zweite Zeile – w├Ąhlen Sie diesen Treffer aus.

Nun k├Ânnen Sie durch antippen von „Installieren“ die App …

… herunterladen …

… und danach installieren.

Im Anschluss ist es m├Âglich die neu installierte App auch direkt zu starten.

Der erste Start von Conversations

Unabh├Ąngig von der Installationsquelle pr├Ąsentiert sich die App bei ihrem ersten Start mit diesem Dialog:

Wie bereits im ChatSecure-Beitrag beschrieben, sollten Sie sich hier kein Konto erstellen, sondern ein vorab gesondert erstelltes Konto verwenden (Auswahl des Serverbetreibers sorgf├Ąltig machen – siehe Beispielserver und Erkl├Ąrung im ChatSecure-Beitrag). Dementsprechend tippen Sie in diesem Fall hier also „NUTZE EIGENEN PROVIDER“ an.

Tragen Sie im dann angezeigten Dialog Ihre XMPP-/Jabber-ID sowie das zugeh├Ârige Passwort ein und tippen Sie dann auf „WEITER„.

Es besteht dann noch die M├Âglichkeit ein Foto oder eine Avatar von sich zu hinterlegen.

Alternativ tippen Sie hier erst einmal auf „├ťBERSPRINGEN„.

Die Frage, ob Conversations auf Ihre Kontakte zugreifen darf, k├Ânnen Sie „Zulassen„. Im Gegensatz zu WhatsApp werden hier

  • keine Daten auf den XMPP-Server hochgeladen
  • kein Abgleich der Kontakte vorgenommen

Es besteht genau anders herum die M├Âglichkeit XMPP-Kontakte mit Kontakten im Adressbuch (in der Kontakte-App) zu verbinden. Hier kann man also getrost „ZULASSEN“ w├Ąhlen.

Soweit die Grundeinrichtung von Conversations. Die App ist nun einsatzbereit, ein XMPP-Konto ist hinterlegt und die Verbindung zum Server ist hergestellt.

Wie im vorigen Screenshot aber sichtbar, haben wir noch keinerlei Kommunikationspartner. Das ist dann der n├Ąchste Schritt.

Kontakt hinzuf├╝gen

F├╝r eine Kontaktaufnahme ist es, wie bei E-Mail auch, erforderlich die XMPP-ID des zuk├╝nftigen Kommunikationspartners zu kennen ÔÇô ├╝brigens ein weiterer Vorteil dieser Technik! Ein zentrales Verzeichnis solcher XMPP-IDs gibt es, wie bei E-Mail, nicht! Sie m├╝ssen also die XMPP-ID der zuk├╝nftigen Kommunikationspartnern erst anderweitig in Erfahrung bringen.

Wenn Sie die XMPP-ID eines zuk├╝nftigen Kontakts kennen, tippen Sie in dieser Ansicht oben rechts auf das Icon „Person mit Plus-Zeichen„. Im daraufhin angezeigten Dialog …

… tragen Sie unter Jabber-ID (die Marke Jabber geh├Ârt zwischenzeitlich Cisco Systems) die XMPP-ID des gew├╝nschten Kommunikationspartners ein. Tippen Sie dann auf „ERSTELLEN„. Der Kontakt wird nun in der linken Spalte aufgelistet und kann sofort mit einer Message kontaktiert werden – hier „Hallo“.

Im Hintergrund hat Communicatoins dabei schon mit dem XMPP-Servers des neuen Kommunikationspartners den notwendigen Kontakt aufgenommen, die Botschaft ├╝bermittelt, und um Autorisierung der Kontaktanfrage ersucht. Diese Autorisierungsanfrage sieht der neue, potentielle Kontakt allerdings nur wenn er online ist. Gegebenenfalls m├╝ssen Sie also noch eine Weile auf die Autorisierung warten.

Anschlie├čend wird aber ggf. automatisch ein Avatar des neuen Kontakts angezeigt, und der Kontakt hat im nachfolgenden Beispiel auch schon eine Botschaft zur├╝ck ├╝bermittelt.

Beachten Sie, dass in unserer Botschaft kein „Vorh├Ąngeschloss“ sichtbar ist, w├Ąhrend es in der Antwort sichtbar ist. In diesem Fall hat unser Gegen├╝ber verschl├╝sselt geantwortet. Bei uns steht in der Eingabezeile aber nach wie vor „Unverschl├╝sselt schreiben …“, womit die n├Ąchste Botschaft „Schalte auch OMEMO an …“ nach wie vor unverschl├╝sselt ├╝bertragen wird (von der Transportverschl├╝sselung zum Server abgesehen).

H├Âchste Zeit also, dass wir hier auch auf Ende-zu-Ende-Verschl├╝sselung umschalten. Dazu findet sich oben rechts ein Icon das ein „offenes Vorh├Ąngeschloss“ darstellt. Wenn wir dieses Icon antippen …

sehen wird die Standard-Einstellung f├╝r neue Kontakte – „Unverschl├╝sselt“. Hier wird nun „OMEMO“ angetippt …

… womit die weiteren Botschaften auch von unserer Seite aus OMEMO verschl├╝sselt ├╝bertragen werden.

Schreibe einen Kommentar

Anti-Spam *