Israel-Reise 2014

The beginning …

Mit Pegasus Airlines ging es via T√ľrkei nach Tel Aviv um Clara zu besuchen und Israel & Pal√§stina das erste Mal zu sehen.

Nachdem wir doch sehr sp√§t ankamen ‚Äď es war schon nach 1:00 Uhr in Nacht ‚Äď waren wir dann nach israelischer Zeit um 2:30 Uhr im Bett (deutsche Zeit 1:30).

Jetzt sind wir ausgeschlafen, haben gerade gefr√ľhst√ľckt und machen uns nun auf den Weg zur ersten Tour durch Tel Aviv.

Erster „Spaziergang“ in Tel-Aviv

Beim Fr√ľhst√ľck h√∂rte sich der Tag noch vielversprechend an – „… wir lassen es heute ruhig angehen …“ war da zu h√∂ren. Vor meinem geistigen Augen bauten sich diverse Caf√©s, Bars, Restaurants, … auf. Nun, da war ich irgendwie auf dem Holzweg. Ach ja – Weg ist das passende Stichwort: Es wurden dann so ca. 12 km (auf Google-Maps vermessen) die aber f√ľr Martha und mich, mit gutem √úbergewicht, so gef√ľhlte 20 bis 25 km waren.Ofek Capoya, ein israelischer Freund von Laura, f√ľhrte uns zusammen mit Clara und Laura erst mal durch die gr√∂√üten Stra√üen, bevor es am Strand entlang nach Alt-Jaffa ging. Wirklich sch√∂n die Stadt und toller Strand! Nach ausgiebiger Wanderung ging es dann lecker Essen. Ehrlich – wer mich kennt kann das best√§tigen, ich habe glaube ich noch nie so was wie einen Lahmacun nicht geschafft (doppelte Verneinung). Das was ich aber hier bekam war so √§hnlich, aber vegetarisch mit Falafel, Hummus, Sesampaste und den restlichen √ľblichen Zutaten … und ich hab’s einfach nicht gepackt. Abgesehen von der Menge absolut lecker. Keine Ahnung warum es das bei uns nur mit Fleisch gibt. Hier noch ein paar Bilder und damit dann Schluss f√ľr heute.

Carmel Markt in Tel Aviv

So, heute war eher der Tag der f√ľr Gestern versprochen war. Die Kilometer gingen deutlich nach unten, daf√ľr war mehr zu sehen. Wir waren, nach dem l√§ngeren Ausschlafen und einem ausgiebigen Fr√ľhst√ľck, auf einem Kunsthandwerker-Markt.Nach einer kurzen Mittagspause (Martha hatte Schnitzel mit Kartoffelbrei und auf der Karte stand wortw√∂rtliche „Schnitzel“) ging es dann auf den Carmel Markt. Davon sind die meisten der nachfolgenden Bilder. Viel Spa√ü beim Anschauen dieses Farbenspiels der diversen Gaumenfreuden.

Männer foltern, Biergarten, Lecker essen, Trimm-Dich und Mietwagen

Sodele … f√ľr heute hatten sich meine Damen den Vintage-Markt ausgesucht. Dort soll(te) es alte Klamotten f√ľr wenig Geld geben. Nachdem die T√∂chter schon kritisch angemerkt hatten, dass das evtl. nichts f√ľr mich w√§re, habe ich mich das Wegzeit / der Entfernung erkundigt. Die Aussage war 15 Minuten w√§re die Entfernung. Ok, das ist ja nichts und wenn es mir nicht gef√§llt, geht es halt wieder zur√ľck.Hah … der geneigte Mann kann es sich denken – wir haben zwar unterwegs noch in L√§den ca. 20 Minuten liegen lassen, aber wir waren so ca. nach 1,5 Stunden endlich am Ziel. Aber immerhin, die M√§dels waren zwar b√∂s entt√§uscht denn es gab gar keinen Kleidermarkt an dem Tag, aber der Antiquit√§tenmarkt war ganz nett.

Als wir denn dann ausgiebig besucht hatten, wollten wir wieder gehen. Kaum auf der Br√ľcke angekommen, oh Schreck, stellte sich raus, dass der Kleidermarkt auf der anderen Stra√üenseite leider doch war. Also … rein in den Kleidermarkt. Ich habe mir am Rande einen Grapefruit-Saft geg√∂nnt, nachdem es im Biergarten kein Weizen zu sehen gab und Bier hier ohnehin teuer ist, und der neben mir sitzenden Verk√§uferin beim gem√ľtlichen Kiffen zugeschaut – abgegeben hat sie leider nichts.

Laura hatte sich noch mit einer Israelin verabredet die sie aus Berlin / Leipzig kennt. Mit Ihrer Hilfe fanden wir ein tolles Restaurant mit absolut leckerem Essen. Ratatouille aus der Teigtasche, Roll-Over-Kartoffeln (Kartoffel mit Schale zwischen Pergamentpapier und mit dem Wellholz platt gefahren – isst man dann mit Kr√§uterquark durch Abschaben mit dem Eisl√∂ffel), w√ľrzig & scharfes Gem√ľse, … einfach toll.

Nebenan war dann noch eine Eisdiele – erneut ein Gedicht. Wie schon gestern auf dem Markt konnte man vorab alles probieren. Die erste Kugel ging schon mal so √ľber die Theke.

Mit dem Eis dann alle gesammelt auf die andere Stra√üenseite. Dort gab es einen Park – unterteilt in gro√üen Bereich f√ľr Hunde, gro√üer Bereich zum Ballspielen und frei auf der Wiese ruml√ľmmeln, und zu guter Letzt eine Fitness-Station mit Ger√§ten. Also auch dort alles ausprobieren.

Ach ja … dabei muss man dann noch an einem Stra√üenmarkt mit Hunden vorbei. Die werden dort an manchen Tagen offenbar vom Tierheim zum Verkauf angeboten. Sch√∂ne Hunde, aber bei uns w√ľrde sich doch der eine oder andere T√ľrsch√ľtzer nicht so ganz mit der Situation anfreunden k√∂nnen.

Zu Hause dann erst mal relaxen Рso ein Kleidermarkt ist eine harte Sache wie alle männlichen Leser sofort verstehen werden.

Am Abend ging es dann los um f√ľr Morgen einen Mietwagen am Flughafen Ben Gurion abzuholen. Da Beginn des Shabbat ist, fahren bereits am Freitagabend keine Z√ľge und Busse mehr. Also ab zum zentralen Busbahnhof da dort Taxis und Sammeltaxis (Sheruts) fahren. Wie bei Muttern gelernt – voll gehandelt. Einen Sherut-Fahrer gegen einen Taxifahrer ausgespielt. Kurz vor der Schl√§gerei der beiden dann schnell dem Taxifahrer den Zuschlag gegeben weil der auf 80 Scheckel runter ging. Der Sherut-Fahrer war dann schon bei 50 Scheckel, aber das war dann doch zu billig. Also ab mit dem Taxi – um die n√§chste Ecke – dort wollte er dann schon 100 Scheckel und hat uns dann rausgeschmissen. Tja Mutter, war dann wohl nix. Zum Schluss wurde es dann doch ein Taxi f√ľr 150 Scheckel wie von Clara schon f√ľr Dienstagnacht vorausgesagt. Angesichts des Shabbats haben wir damit aber sicher mal nicht zu viel bezahlt.

Mit dem Mietwagen ging es dann wieder zur√ľck und mit einem normalen Stadtplan durch Tel Aviv. Bei AVIS hie√ü es das w√ľrden wir schon ohne Navi schaffen. Ok, wir sind angekommen … und f√ľr Morgen hoffen wir das auch. Es soll ans Tote Meer und in den En-Gedi-Nationalpark gehen. Schau’n wir mal … :-).

Nun noch die Bilder f√ľr heute – euch allen eine gute Nacht.

Frohe Ostern, Kamele, Bäche und Berge, 420m unter dem Meer

Zuerst einmal frohe Ostern an alle! Hier bei uns kommt das etwas zu kurz – die Umgebung in Tel-Aviv hat damit erst mal keinerlei Ber√ľhrung. In diesen Tagen wird das in Jerusalem h√∂chstwahrscheinlich anders sein, aber hier merkt man von Ostern rein gar nichts.

Gestern blieb der Beitrag erst mal aus Рich war dann am Abend nicht mehr in der Stimmung Рwir ihr weiter unten vielleicht nachvollziehen könnt.

Wir hatten uns ja einen Leihwagen gemietet und so ging es Gestern √ľber die Route 1 nach Jerusalem nach Pal√§stina, an Jericho vorbei und auf der Route 90 am Toten Meer entlang. Martha war au√üer sich vor Gl√ľck, wollte sie doch unbedingt eine W√ľste sehen. Bereits unmittelbar hinter Jerusalem kam sie dabei voll auf ihre Kosten. Au√üer vereinzelten Ziegen, Schafen und ein paar Beduinen gab es dort nur Steine und Felsen.

Das Tote Meer selbst liegt ja unter dem eigentlichen Meeresspiegel. Aktuell wohl so um die 420m. Wir konnten also ähnlich wie in Jules Vernes Roman einen Tag lang unter dem Meer leben :-)

Als erste Sehensw√ľrdigkeit haben wir den En Gedi (Ein Gedi) Nationalpark besucht. Ist durchaus eine Sehensw√ľrdigkeit in so einer W√ľstenumgebung. Durch Pessach und Shabbat waren auch extrem viele Israelis unterwegs und so war das ein gutes Geschiebe. Erst in den h√∂her gelegenen Regionen war es dann etwas ruhiger.

Anschlie√üend ging es weiter in den S√ľden nach En Bokek (Ein Bokek) um im Toten Meer zu baden. Auch hier total √ľberf√ľllt. Aber es ist schon witzig in so einem Wasser zu baden.

Die Fahrt zur√ľck haben unsere beiden T√∂chter (Laura ging nicht mit und lernte statt dessen T√ľrkisch f√ľr das Studium) dann ersch√∂pft verschlafen. Ein paar Kilometer vor Jerusalem, noch auf pal√§stinensischem Gebiet, haben wir dann ein arabisches Stra√üenrestaurant besucht. So schnell wie die Teller leer waren, haben die sicher auch nicht jeden Tag :-)

Zu Hause war dann R√ľckgabe des Mietwagens angesagt. Clara wohnt in Petach Tikwa, und daran waren wir an dem Tag schon zwei Mal vorbeigefahren – die Ausfahrt war nach dem Ben Gurion Flughafen in Richtung Jerusalem. Da wir noch Koffer und anderes Zeugs zu Clara zu bringen hatten, und Clara auch mal wieder im eigenen Bett schlafen wollte, ist sie mit den Koffern mitgefahren. Tja … je weiter es in die Richtung Jerusalem ging, desto mehr fiel Clara auf, dass sie da aber nicht wohnt. Unter Zeitdruck, der Wagen musste an den Flughafen, haben wir als Petach Tikwa gesucht. Die Ausfahrt war nur die √úberleitung auf eine Schnellstra√üe in den Norden. Petach Tikwa liegt n√§mlich weder im Osten noch im S√ľdosten, sondern eher im Norden von Tel-Aviv. Nun gut … √ľber zig Stra√üen, Passanten fragen, … kamen wir dort an. Ich habe dann sogar meinen R√ľckweg gefunden und konnte den Mietwagen noch in der Zeit abgeben.

Nun musste ich ja aber noch zur√ľck nach Tel-Aviv. Also … Zug gesucht, f√§hrt 40 Minuten sp√§ter, Ticket gekauft, gewartet und dann nach Tel-Aviv gefahren. Siegessicher, Orientierung ist f√ľr einen Mann ja das leichteste auf der Welt, aus dem Bahnhof raus und mal so gute 30 Minuten in Richtung Wohnung gewandert. Hmmmm … eigentlich h√§tte ich schon nach 20 Minuten zu Hause sein sollen … die Gegend wurde mir auch immer suspekter, die H√§user waren ganz anders, es ging eher bergauf, … und irgendwann war der Stolz weg und ich habe mal gefragt. Die meinten alle mein Ziel w√§re zu Fu√ü viel zu weit weg. Irgendwann hat mich dann ein Passant in tiefer Nacht (so 23:30 Uhr) in den Bus gesetzt. Der Busfahrer versprach mir, mich an der richtigen Stelle rauszuwerfen, und so ging es dann fast eine halbe Stunde zur√ľck. Ich „Held“ war n√§mlich vom Bahnhof aus komplett in die falsche Richtung losmarschiert! Nun gut, kurz nach 0:00 Uhr war ich dann nach vier Stunden Auto zur√ľck geben auch wieder zu Hause.

Fertig, das wars, deshalb kein Blogeintrag mehr, und Du kannst zu aufhören zu lachen :-)

Nachher geht es dann raus zu Clara nach Petach Tikwa, Weißwurst-Essen! Zutaten haben wir mitgebracht (siehe Koffer von oben). Wo das ist weiß ich ja jetzt und werde es dem Sherut-Fahrer (der weiß das sich er nicht so gut wie ich) erklären :-)

Nachfolgend noch die Bilder des gestrigen Tages.

Claras Wohnung & Arbeit, ein Wäscheständer, Containern …

Wie geplant ging es heute relativ fr√ľh zu Clara nach Petah Tikwa. Dort wohnt sie ja seit wenigen Wochen nach ihrer Ankunft in einer WG. Irene fand als erstes einen „interessanten“ Pfirsich den ich auftragsgem√§√ü fotografiert habe.

Wir hatten, wie vorab von Clara bestellt, Unmengen an Wei√üw√ľrsten, s√ľ√üem Senf, Aufbackbrezeln, Nutella, Obatzder, weiterem K√§se, … mitgebracht.Damit begann der Tag mit einem Wei√üwurstfr√ľhst√ľck der WG. Die Aufbackbrezeln wurden im Flugzeug leider aufgetaut und in Israel war es mehr oder weniger eine gro√üe Teigmasse. Ein paar flei√üige H√§nde versuchten noch das meiste zu retten und so sah es nicht unbedingt wie Brezeln aus, aber es schmeckte durchaus so wie es schmecken sollte.

Wer von den Wei√üw√ľrsten genug hatte – es gab leider kein Wei√übier – konnte die restlichen Brezeln noch mit Nutella oder mit Claras Erdbeermarmelade essen. Die waren aus israelischen Erdbeeren! Irene kriegt in Deutschland bei so ausl√§ndischem Zeugs ja immer den „Vogel“ – aber hier war es ja regional :-)

Schnell noch die WG fotografiert bevor es danach weiter ging.

W√§hrend des Fr√ľhst√ľcks erfuhren wir dann, dass heute und Morgen die Haupt-Tage von Pessach anstehen, wieder kein √∂ffentlicher Nahverkehr ist und in Jerusalem auch die Museen zu haben – dort wollten wir ab Morgen hin. Ok, dann schnell los bevor in Tel-Aviv ab ca. 16:00 Uhr auch alles steht. Wir fuhren also mit dem Bus zu Claras (ehemaliger) Arbeitsstelle – einem Heim f√ľr Autisten. Davor hatten wir noch ein paar Klamotten von mir bei Clara gewaschen. Irene trat unterwegs, da wir ca. 30 Minuten auf den Bus warten mussten, als W√§sche-Trocken-St√§nder auf:

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Im Heim angekommen gab es gro√ües Willkommen … und es war beidseitiger Abschieds-Schmerz zu f√ľhlen. Fotos vom Heim gibt es nicht!

In Tel-Aviv zur√ľck gab es an einem Stra√üenstand erst mal leckere Fruchts√§fte. Frischgepresst! Granatapfel, Orangensaft, Minz-Smoothie, Mix aus allem m√∂glichen als Smoothie, … total frisch & lecker.

Nach einem kurzen Mittagessen, im gleichen Vegie-Restaurant wie schon beim letzten Mal, ging es √ľber den Markt wieder nach Hause. Der war, wegen den beginnenden Pessach-Feiertagen, schon am Abbauen. Aber der Schwabe l√§sst bekanntlich nix verkommen – und so reihten wir uns bei den israelischen Essens-Sammlern ein. Ausbeute war gut und schmeckte vorz√ľglich :-).

Bevor die letzten Bilder dazu kommen noch ein Hinweis: Morgen geht es aus der Ferienwohnung in Tel-Aviv raus. Damit ist eventuell die gute Internet-Versorgung vorbei. Wir werden sehen … evtl. ist hier aber erst mal Sendepause.

Nun noch die Bilder vom Markt, der Quelle unserer Lebensmittel :-) und der Ausbeute vom „Containern“.

Palästina, Bethlehem

Heute war fr√ľhes Aufstehen angesagt. Unsere Wohnungseigent√ľmer hatten Gestern schon angek√ľndigt, dass sie um 8:30 Uhr wieder da sein werden. Der Reisekoffer stand dann gestern schon da. Irene hat noch einmal alles klar Schiff gemacht und ich habe noch ein kleines Briefchen an die Eigent√ľmer geschrieben. Martha hatte eine Kitty-Tasse des Kinds zerdeppert und unter mir brach gestern ein Stuhl auf der Terasse zusammen – war auch eine Fehlkonstruktion. Nun ja … beim Fallen hab‘ ich mir auf jeden Fall mal sauber den Arm aufgeschrammt.

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Als die Vermieter dann auch nach 8:30 Uhr nicht da waren, haben wir uns mal auf den Weg gemacht.Zu Fu√ü ging es zur zentralen Busstation um ein Sherut (Sammeltaxi) in Richtung Jerusalem zu suchen. Mit 5 Personen ist man da der Held da es sich dann f√ľr das Sherut bzw. den Fahrer fast schon lohnt. Unser Sherut war aber voll ausgebucht und so ging es nach dem Bezahlen auf die Reise (wg. Pessach allerdings mit Shabbat-Aufschlag).

Die Strecke kannten wir ja schon vom Ausflug an das Tote Meer. Dank den Kenntnissen von Laura und Clara fanden wir uns nach der Ankunft in Jerusalem auch schnell zurecht und waren in guten H√§nden. Ankunft war in unmittelbarer N√§he des Damaskus-Tors, an dem dann auch die Busse nach Bethlehem abfahren. Davor war aber erst mal Fr√ľhst√ľck bzw. Mittagessen angesagt. Wir hatten wieder unseren nun schon fast De-Facto-Standard: Hummus, Falafel, Pita und ein paar Gem√ľsebeilagen – heute am Schluss noch mit s√ľ√üem Tee.

Nach dem Bezahlen ging es dann zum Bus nach Bethlehem. Das sind dann ganz normale, gro√üe Reisebusse. F√ľr mich war in meiner Vorstellung zwischen Jerusalem und Bethlehem immer eine riesige Distanz – in Wirklichkeit ist Bethlehem eigentlich ein Nachbarort von Jerusalem und man ist sofort dort. Der Grenz√ľbergang nach Pal√§stina war dann aber wegen des Shabbats geschlossen und so mussten wir nicht nur den Bus am Checkpoint verlassen, sondern wurden auf der anderen Seite auch nicht wieder vom Bus empfangen. Da fast kein Personenverkehr war, waren auch die Kontrollstellen im Checkpoint nur sp√§rlich besetzt. Es war aber auch mit deutschem Reisepass ein beklemmendes Gef√ľhl durch die diversen G√§nge, Drehkreuze, … zu gehen.

F√ľr uns wecken die Grenzanlagen sofort Erinnerungen an die Mauer zwischen der DDR und der BRD. Ich habe letztere nie im Original gesehen, die Mauer hier √ľberragt unsere ehemalige innerdeutsche Mauer doch erheblich – sind die Betonteile doch immerhin rund acht Meter hoch! Die Berliner Mauer war 3,6m hoch!

Auf palästinensischer Seite wartete dann eine Armada von Taxis, die an uns aber zu ihrem Leidwesen nichts verdient haben Рwir gingen nämlich zu Fuß nach Bethlehem rein. Dabei gingen wir eine relativ lange Strecke an der Mauer entlang, sahen uns die Graffitis an und lasen die Kurzberichte von Betroffenen.

Das macht alles doch sehr betroffen und der Kopf versucht das irgendwie zu verstehen und zu verarbeiten – bei mir leider bislang ohne wirkliches Ergebnis. L√§sst man das Fehlverhalten der Soldaten / der Polizei mal au√üen vor, haben beide Seiten nat√ľrlich Argumente f√ľr ihr Verhalten. Ich habe mir heute nur gedacht, dass ich froh bin hier in keiner Entscheiderfunktion t√§tig sein zu m√ľssen. Es ist auf jeden Fall f√ľr die normalen Betroffenen, die einfach nur in Frieden und Ruhe leben wollen, ein Alptraum – so viel ist sicher.

In Bethlehem selbst erreichten wir nach einer mittleren Stadtwanderung das Youth Hostel und wurden dort auch aufgenommen. Zusammen mit einer anderen deutschen Familie sind wir in einem Schlafsaal mit Stockbetten einquartiert. Die Betreiber des Hostels sind extrem freundlich und nett.

Nachdem wir die Betten bezogen hatten, machten wir uns auf den Weg zur Geburtskirche Jesu. Mit rund 1700 Jahren auf dem Buckel ein durchaus altes Bauwerk. Zusammen mit vielen Pilgern (heute waren es vornehmlich Gruppen aus √Ąthiopien) stellten wir uns an um die Geburtsgrotte Jesu zu besichtigen. Mal abgesehen davon, dass die Art mancher Fr√∂mmigkeit auch mich sehr befremdend wirkt, wird auch hier wieder eine der Vorstellungen meiner Kindheit in Frage gestellt – war es nun ein Stall mit einer Krippe oder doch diese Grotte im Gestein?

Wie auch immer – anschlie√üend ging es durch die Altstadt von Bethlehem an den vielen Gesch√§ften vorbei. Wie in Touristenorten √ľblich, haben die H√§ndler in allen Sprachen ein paar Spr√ľche drauf. Auf „ich liebe Bratkartoffeln“ als Anmachspruch war ich dann aber doch nicht vorbereitet :-). Auch die scherzhaften Verhandlungen zum Verkauf meiner blonden T√∂chter waren nicht erfolgreich – ich wollte nicht unter 39 Kamele und das war dem arabischen H√§ndler zu viel. Wir hatten aber alle einen gro√üen Spa√ü. Triefend s√ľ√ües Baklava-Geb√§ck machte dann fast alle erst mal wieder sehr zufrieden. Irene bekam kurz darauf noch eine Portion Falafel und dann trennten sich die Wege von Eltern und Kindern. Letztere gingen ins Vertriebenen-Camp und wir zum Ausruhen in die Jugendherberge.

Von Bethlehem √ľber Hebron nach Jerusalem

Nach einem ausgiebigen Ausschlafen in der Jugendherberge von Bethlehem, ging es nach einem kurzen Fr√ľhst√ľck in Richtung Hebron weiter. Dazu begaben wir uns an den Busbahnhof von Bethlehem und hatten mit ein paar weiteren Fahrg√§sten das Sherut (Sammeltaxi) schnell voll – los ging es. Die Fahrt ging recht schnell, die Strecke ist auch recht kurz.

„Witzig“ zu bemerken ist nur wieder die etwas spezielle Situation hier: W√§hrend die L√§ndereien noch zu einem guten Teil zu Pal√§stina geh√∂ren, sind die benutzten Fernstra√üen israelischer Besitz. Beim Abzweig in St√§dte wie Hebron sind dann rote Warnschilder angebracht die vor diesen St√§dten warnen und insbesondere israelischen Staatsb√ľrgerInnen die Weiterfahrt untersagen bzw. auf das gesetzliche Verbot hinweisen. Da wir als Deutsche, evtl. im Gegensatz zu Israelis, nicht bedroht sind, fuhren wir also fr√∂hlich mitten nach Hebron rein.

Dort angekommen begaben wir uns in die Altstadt – f√ľr uns wirklich malerische Verh√§ltnisse! Alles ist so wie man sich einen arabischen Markt eben vorstellt. Obwohl man nat√ľrlich auch dort auf Touristen eingestellt ist – insbesondere was das Bewerben der eigenen Waren anbetrifft – ist der Markt und die Gesch√§fte in solch einer Stadt noch ziemlich original.

Relativ viele M√§nner wollten sich uns entweder als F√ľhrer anbieten oder uns zumindest √ľber die Situation in Hebron aufkl√§ren. Das besondere hier ist, dass es mitten in der Stadt eine j√ľdische Siedlung gibt. Diese Siedlung befindet sich mitten in der Altstadt und greift Besitzrechte von 1929 neu auf. Ob das nun sinnvoll ist oder nicht sei dahin gestellt – Fakt ist aber, dass die Siedlung sowie die Siedler von den Pal√§stinensern nat√ľrlich abgelehnt wird. Dem Vernehmen nach bekommen die israelischen Siedler in den Gesch√§ften nichts, f√ľhlen sich bedroht, und sind das w√§hrend „Demonstrationen“ und in unruhigeren Zeiten sicher auch. Somit kommen zu den Siedlern eine Menge an israelischen SoldatInnen zur Bewachung dazu. Das Verh√§ltnis ist offenbar 1:2 – sprich: es kommen auf einen Siedler zwei Soldaten! Die eigentliche Siedlung ist abgesperrt und ob bzw. welche Pal√§stinenser da rein d√ľrfen ist uns unklar. Es sieht auf jeden Fall aus wie eine Geisterstadt und an allen Ecken und Enden stehen SoldatInnen, patrouillieren durch die Stra√üen und sind auf Hausd√§chern postiert.

Hebron ist, von der Altstadt und der Siedler-Geisterstadt mal abgesehen, f√ľr die Gr√§ber der biblischen Gr√∂√üen Abraham, Isaak, Jakob und deren Frauen Sara, Rebekka und Lea ber√ľhmt. Da diese sowohl f√ľr Juden, als auch Muslime und Christen sehr relevant sind, gibt es eine Synagoge und eine Moschee √ľber der H√∂hle mit den Gr√§bern. Beide sind in einem Geb√§ude und so nebeneinander angeordnet, dass beide Seiten auf die Stellen blicken k√∂nnen unter denen sich die angeblichen Gr√§ber befinden.

√úbernachtet haben wir das erste Mal via Couchsurfing. Laura hatte einen Kontakt und das hat auch prima geklappt. Eine komplette Familie hatte unser Gastgeber auch das erste Mal :-)

Am nächsten Tag ging es (nach längerer Beratung) nicht weiter nach Nablus. Stattdessen fuhren wir direkt nach Jerusalem um die Stadt auch noch anzuschauen.

Nun … Jerusalem … kennt man schon von unendlichen vielen Bildern. Erneut √ľberraschen die geringen Distanzen zwischen den diversen biblischen St√§tten. Mir war au√üerdem die Weitl√§ufigkeit des Markts unbekannt :-( was erneut zu Beinschmerzen f√ľhrte. Besichtigt haben wir also den Markt (mehrfach, links rum, rechts rum, diagonal, …), dann noch einmal :-). Ansonsten die Grabeskirche und die Klagemauer. Den Felsendom und die umlaufenden Mauern haben wir verpasst – es war irgendeine milit√§rische Zeremonie an der Klagemauer und alles war gesperrt. Nun ja … hier ein paar Bilder:

So gut wie einen Tag haben wir in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem verbracht. Ein Besuch den ich nur jedem empfehlen kann. Sehr beeindruckend! Da das Fotografieren im Inneren nicht erlaubt war, nachfolgend nur Bilder vom Eingang zum Hauptgebäude und von dessen Ausgang.

Hiermit endet dann auch die Reise. Wir fuhren heute nach Tel Aviv zur√ľck und Morgen in aller Fr√ľhe geht es zur√ľck nach Deutschland.