Iran 2018

Puh … wo fange ich eigentlich mit dem Beitrag hier an. Nun … eigentlich da wo alles begann … irgendwann, so in den 90-er-Jahren (vermutlich so 1985), als ich beim Studium insbesondere einen iranischen Kommilitonen, hallo Fari, kennen gelernt habe. Er ist mir bis heute durch seine Freundlichkeit, seine sympathische Art und Herzlichkeit in Erinnerung geblieben. In diversen Gespr├Ąchen erwachte durch ihn, seine Erz├Ąhlungen, das Essen das er kochte, … das Interesse an Iran. Das waren so die Zeiten in denen die iranisch Revolution so richtig bl├╝hte, Irak-Iran-Krieg, … aber egal, Iran h├Ârte sich spannend an und wenn die Leute so ├Ąhnlich w├Ąren wie Fari, und was er so erz├Ąhlte, dann musste das ein tolles Land sein.

Und wie das Leben dann so ist, man studiert, es kommen Kinder, so manches im Leben ist anders als in Phantasietr├Ąumen. Das Studium ist irgendwann fertig, Job, Geld verdienen, Kinder wachsen heran, … der Traum bleibt ├╝ber all die Jahre und die Kinder scheinen, ich hoffe wir waren da schon etwas daran beteiligt, die Reiselust mitzunehmen. Laura, unsere ├älteste, war dann z.B. bis 2017 schon zwei Mal f├╝r mehrere Wochen in Iran, und ihre Erz├Ąhlungen waren wie die von Fari.

So gute 30 Jahre sp├Ąter, an Weihnachten 2017, ├Âffne Irene und ich unser Weihnachtsgeschenk, einen unscheinbaren Briefumschlag. So einen von der Art „uns ist nichts eingefallen, dann gibt es eine nette Anregung oder einen Gutschein„.┬á Die selbst gemalte Bordkarte, die unter anderem diesem Umschlag entsteigt, tr├Ągt die charakteristischen Gestaltungsmerkmale unserer ├Ąltesten Tochter. Und hinten dran ist, wie ich gleich lernen darf, dieses Mal kein unverbindlicher Flugplan oder ├Ąhnliches, sondern ein gebuchtes und bezahltes e-Ticket von Basel nach Teheran, und zur├╝ck!

Selbst gemalte Bordkarte von Laura
Selbst gemalte Bordkarte von Laura

Irene bekommt in einem weiteren Umschlag das Gleiche, war an der Planung aber schon im Vorfeld beteiligt um meinen Kalender zu sichten und sicher zu stellen, dass da auch kein Termin rein rutscht.

Der Traum wird wahr! Danke an euch alle, die ihr in irgendeiner Form beteiligt gewesen seid!!!

Ich erspare euch LeserInnen mal noch wie ich noch in der Weihnachtszeit Fari wieder fand und Kontakt aufnahm – hoffentlich klappt es mit dem von ihm angebotenen Treffen, ich habe n├Ąmlich leider den weiteren Kontakt ├╝ber das Jahr durch zu viel Arbeit wieder vergeigt. Aber das wird noch – versprochen!

Die Reiseplanung … nun … eher „ungeplant“

Tja … Weihnachten vergeht, das neue Jahr beginnt, s’goaht dagegah – die Fasnet kommt und geht, wie ├╝blich geht die Arbeit nicht aus, und irgendwann wird es zeitlich dann schon knapp. Wir haben Ende April / Anfang Mai, und am 18.5. geht schon unser Flug. Mit der bisherigen Erfahrung was Visa angeht mache ich mich mal daran unsere beiden Visa zu beantragen. Beantragung ├╝ber eine Website dir direkt von Iran aus zur Verf├╝gung gestellt wird. Die Plattform ist ansprechend, funktioniert prima (wenn man bei nicht vorhandenen Telefonnummern einfach eine Null eingibt), irgendwie anders als das sonst bei anderen L├Ąndern war. Ok, Reisep├Ąsse in Umschlag und ab an das Generalkonsulat des Iran in M├╝nchen. Zwei Tage sp├Ąter (!!) klingelt das Handy und das Generalkonsulat ist dran: Haben Sie bezahlt? Wann wollen Sie eigentlich reisen? Ja – ok, h├Ątte man in einem Begleitschreiben beilegen k├Ânnen, aber irgendwie war die Prozedur unklar. Ich ├╝berweise also und schicke die Belege ab. Zwei Tage sp├Ąter, wieder Anruf: Wann wollten Sie noch mal reisen? Ich sag’s und ein paar Tage sp├Ąter, ta-ta-Ta, die Reisep├Ąsse mit Visa liegen wieder bei uns. Respekt! F├Ąngt gut an!

Kopfbereich des Visums f├╝r Iran
Kopfbereich des Visums f├╝r Iran

Zwei Reisef├╝hrer wurden auch angeschafft. Laura hatte mir zwar ihren Lonely Planet leihweise ├╝berlassen, zusammen mit dem Lonely Planet Phrasebook f├╝r Farsi (Persian), aber der Reisef├╝hrer war nun doch schon 10 Jahre alt, und so haben wir uns einen aktuellen Lonely Planet geg├Ânnt und gleich noch einen Reisef├╝hrer eines anderen Verlags dazu.

Reisef├╝hrer, Sprachbuch, SIM-Karte, ...
Reisef├╝hrer, Sprachbuch, SIM-Karte, symbolischer Geldbetrag in Rial, Metro-Karte ezpay f├╝r Teheran, …

Vorbereitung & Planung wird konkreter …

Irene hat die ganzen letzten Tage massiv den Reisef├╝hrer gew├Ąlzt, das Internet von vorne bis hinten durchsucht, und mal eine zeitliche und ├Ârtliche Planung gemacht. Ich selbst muss gestehen, dass ich bislang nur so im Reisef├╝hrer geschm├Âkert habe und erst Heute mal so richtig angegriffen habe.

Wir haben uns nun grunds├Ątzlich f├╝r die klassische Route die wohl die meisten Iran-Neulinge machen entschieden. Besuchen wollen wir Teheran, Kaschan, Isfahan, Yazd und Shiraz. Au├čerdem ist noch eine Zugrundreise mit der Transiranischen Eisenbahn auf der n├Ârdlichen Route vorgesehen. In welcher Reihenfolge, und mit welchen Reisemitteln m├╝ssen wir auch noch sehen.

Gestern war ich mal noch schnell bei VAUDE, Regenjacke und ein paar Trecking-Hemden kaufen. Irene hat dann noch absolut leichte und aufblasbare Kopfkissen entdeckt. Zusammen mit den schon in Karlsruhe gekauften superleichten Luftmatratzen sind wir damit f├╝r die N├Ąchte sehr gut ausgestattet.

Ein billiges MEDION-Netbook, mit Touchscreen, wurde schon vor etlichen Tagen angeschafft und musste erst mal das L├Âschen von Windows 10 verkraften – daf├╝r hat es jetzt ein sch├Ânes Linux :-).

Die meisten Gedanken musste ich mir allerdings rund um Messenger f├╝r das┬áSmartphone machen. In Iran wird wohl prim├Ąr Telegram als Messenger verwendet. Die bislang kontaktierten Couchsurfer (ja, wir wollen auch Couchsurfing praktizieren) haben aber auch meist WhatsApp. Beides f├╝r mich bislang ein absolut 100%-iges No-Go! Undenkbar! Auf meinem prim├Ąren Smartphone-Konto bleibt es auch weiterhin – das bringt mein Datenschutzherz nicht fertig. Aber ich habe einen Ausweg gefunden. Mit einer 2. SIM-Karte von Aldi, somit anderer Telefonnummer, und einem zweiten, abgeschotteten Android-Benutzerkonto auf dem gleichen Smartphone, konnte ich WhatsApp, Telegram, Instagram installieren (sozusagen, frei nach George Bush, die digitale „Achse des B├Âsen“) ohne meine Prinzipien ├╝ber Bord zu werfen. Zumindest f├╝r die n├Ąchsten gut zwei Wochen ist somit die Kommunikation mit iranischen Kontakten m├Âglich.

Die letzten drei Tage vor der Abreise haben wir dann das gemacht was eigentlich die vier Monate davor schon wichtig gewesen w├Ąre – uns konkret mit dem Land zu besch├Ąftigen, eine Reiseroute festzulegen, Bargeld abzuheben, ├╝ber Couchsurfing auch mal Kontakte zu kn├╝pfen … . Ich habe mich dann mehr und mehr ├╝ber mich selbst ge├Ąrgert weil ich diese lang ertr├Ąumte Reise so schlecht vorbereitet habe und immer mehr Punkte auftauchten die man schon l├Ąnger h├Ątte wissen k├Ânnen. Die Nervosit├Ąt stieg dann doch ordentlich.

Es geht los … 18./19. Mai

Nachdem wir am Vorabend noch den Rest Bargeld geholt hatten, u.a. weil der Untermieter meiner meiner Schwester Bernadette uns noch kurzfristig als Geldkuriere engagiert hat, haben wir um 22:00 Uhr (!!! – fettes Danke an Elisabeth) noch Lowa-Bergstiefel f├╝r unseren ersten Gastgeber gekauft (eine ganz eigene Geschichte) und dann um 23:00 Uhr mit dem packen begonnen. Um 1:00 Uhr, nach einem notwendigen Absacker, ging es zu einem kurzen, unruhigen Schlaf ins Bett.

Um 5:15 Uhr wieder raus, geduscht, kurz einen Kaffee getrunken und dann ab zu Martha ins Auto und zur Abfahrt nach Friedrichshafen. Mit der Bahn nach Basel und raus zum Euroairport Basel-Mulhouse. Dort gefr├╝hst├╝ckt und nach den obligatorischen Dingen wie Check-In und Sicherheitskontrollen, hob am fr├╝hen Nachmittag der Flieger nach Istanbul ab.

Nach dem mehrst├╝ndigen Aufenthalt ab ans Gate f├╝r den Flieger nach Teheran, und vorsichtige Musterung der Mitreisenden. Hmmm … ein paar die wir als Iraner eingestuft haben, aber irgendwie keinerlei Frauen um mal zu checken wie die angezogen sind und was Irene da noch abschauen k├Ânnte. Beim Boarding waren dann aber gut die H├Ąlfte Frauen! Chic gekleidet, eine im kurzen Rock, …? So ganz unter uns haben wir dann ├╝berlegt wie die wohl die Kleidungsvorschriften einhalten wollen. Beim Verlassen des Fliegers stiegen dann lauter „andere“ Frauen aus als urspr├╝nglich beim Boarding. W├Ąhrend des Landeanflugs hatten die flugs die passenden Klamotten aus den Taschen gezaubert und nun sah das eher so aus wie es laut unserer Vorstellung sein sollte.

Unseren ersten Couchsurfing-Host Meisam, der uns bei 90km Anfahrt (!!!) aus Karadj pers├Ânlich um 3:30 Uhr in der Nacht am Flughafen abholte, fanden wir ├╝ber einen Taxifahrer der ihn anrief auch. Die vorab auf Basis des Couchsurfing-Profils, und der vorab gewechselten Nachrichten entstandenen Vorstellungen best├Ątigten sich im vollen Umfang. Meisam spricht fast perfekt Deutsch, ist supersympathisch, hat ├╝ber B├╝cher und viele vorige G├Ąste einen unglaublichen Wortschatz, obwohl er ohne Deutschkurs, erst seit drei Jahren, neben der Arbeit Deutsch lernt. Bis ca. 7:00 Uhr haben wir dann noch bei ihm gequatscht, gefr├╝hst├╝ckt, bevor wir dann doch f├╝r 3 Stunden geschlafen haben (zu den Stunden im Flugzeug dazu).

Nach dem Aufstehen um 11:30 Uhr gab es dann ein geniales Fr├╝hst├╝ck mit iranischem Brot, leckerem Schafsk├Ąse, Oliven, Honig, eingedicktem Traubensaft, R├╝hrei, Tee, Sesampaste, Halva, Tahina, … und alles hat auch super geschmeckt! Nebenbei, da Meisam auch gen├╝gend Erfahrung mit Ausl├Ąndern hat, in das Regelwerk iranischer H├Âflichkeit eingef├╝hrt worden – Taarof genannt. In aller K├╝rze: Da einem die Iraner quasi alles was sie haben anbieten, muss man aus H├Âflichkeit so ca. drei mal ablehnen. Wird es dann immer noch angeboten, dann gilt das Angebot so wie bei uns und man kann es annehmen. Damit hatten wir dann den Rest des Tages noch viel Spa├č, denn wir nahmen in der Macht der deutschen Gewohnheit weiterhin die Angebote beim ersten Mal an.

Erstes Fr├╝hst├╝ck – lecker

Es folgten etliche andere Dinge, z.B. dass wir gleich zwei SIM-Karten f├╝r Telefon und Internet bekamen, und unser Geld gewechselt wurde, aber vor allem hat Meisam auch die Buchung einer eint├Ągige Zugrundreise in den Norden versprochen. Dort ist die Eisenbahn wohl in einer technischen Meisterleistung in die Berge gebaut worden und soll sogar die r├Ątische Bahn in der Schweiz ├╝bertreffen. Wir werden das hoffentlich am 31.5. zusammen mit Meisam und seiner Frau Mitra machen. Mitra haben wir leider verpasst weil wir noch am gleichen Tag nach Kaschan aufgebrochen sind und sie noch bei der Arbeit war.

Mit Meisam waren wir anschlie├čend noch in Karaj (Karadsch) unterwegs um durch Gesch├Ąfte zu bummeln. Wunderbare Gew├╝rzhandlungen mit unglaublichen D├╝ften, S├╝├čwarengesch├Ąften mit Baklava das ebenfalls super gew├╝rzt war, Metzgereien, B├Ąckereien, … so darf es weitergehen. Nach einer ersten Moschee-Besichtigung ging es dann zum Busbahnhof um mit dem Bus nach Kaschan zu fahren.

Nachdem die Fahrt l├Ąnger gedauert hat als vorgesehen, sind wir aber trotzdem in der Nacht wohlbehalten in Kashan angekommen. Reisef├╝hrerbuch empfahl als Guesthouse die „Old Houses“ im Zentrum, und Laura hatte das Ehsan House bei ihren Reisen schon getestet und f├╝r gut befunden. So sind wir dem Rat gefolgt und haben es nicht bereut. Toll!!!

Der Innenhof des Ehsan-Guesthouse in Kaschan bei Nacht

Nach einem Bummel durch die Stadt, leckerem Eis, sind wir nun todm├╝de und gehen ins Bett.

Kashan, s├╝dlich von Teheran, 20. Mai 2018

Nachdem wir endlich mal wieder ordentlich geschlafen hatten, begann der Morgen mit einem Fr├╝hst├╝ck in wunderbarer Atmosph├Ąre. Fr├╝hst├╝cks-„Raum“ ist ein offener Bereich des Geb├Ąudes, links vom weiter oben zu sehenden Teich im Innenhof. Blick durch Weinreben in den Innenhof. Gro├čartig.

Nach dem Fr├╝hst├╝ck ging es in die Stadt: Bazar anschauen (riesig, gigantisch, toll, …), dann w├Ąhrend der Mittagshitze zur├╝ck ins Ehsan Guesthouse, und danach zu den alten H├Ąusern, ins alte Hamam, alte Stadtmauer, …

Das alles zu beschreiben w├Ąre vielleicht einem iranischen Dichter m├Âglich. Ich poste statt dessen die Bilder des Tages und lass die sprechen.

Fin Garden in Kashan und Weiterreise nach Isfahan, 21. Mai 2018

Zum Abschluss des Aufenthalts in Kashan stand Heute die Besichtigung einer Quelle und des sie umgebenden Gartens an – dem Fin-Garten bzw. dem B─ü─í-e F─źn. Angesichts dessen, dass Kashan eine Stadt in der W├╝ste ist, ist das nat├╝rlich etwas ganz besonderes. Vorher Check-Out im grandiosen Eshan-Guesthouse, incl. dem dortigen deponieren unserer voll gepackten Rucks├Ącke.

Anschlie├čend dann die Besichtigung des Fin-Gartens, der etwas au├čerhalb der Stadt liegt. Das Taxi hat uns das Guesthouse geordert, womit das feilschen um den Preis entfiel. Der Garten war den Besuch auf jeden Fall wert. Die Atmosph├Ąre, das Klima, die tollen Geb├Ąude mit ihren Ausschm├╝ckungen, … k├Ânnen die Fotos nur ansatzweise wiedergeben.

Dann ging es zur├╝ck zum Eshan-Guesthouse, Gep├Ąck abholen, mit dem Taxi zum Busbahnhof, Tickets nach Isfahan kaufen und nach kurzer Zeit ab in den „VIP-Bus“. Weiter nach Isfahan. Die Fahrt ging durch die W├╝ste hoch nach Isfahan, das auf ├╝ber 1.500m liegt. Man sieht z.B. schon die schneebedeckten Berge.

In Isfahan angekommen ging es mit dem Taxi in die Innenstadt zum Treffpunkt mit unserer Couch-Surfing-Hosterin Raha. Ganz bezaubernde, junge Iranerin, die wie schon Meisam in einem Krankenhaus arbeitet – sie ist aber im Bereich An├Ąsthesie t├Ątig. Sie musste dann auch ziemlich schnell, kurz nachdem wir miteinander warm geworden waren, zur Arbeit – Nachtschicht.

Wir somit ab in die Stadt, kurze Nachtbesichtigung und vor allem Suche nach Futter. In einer Art Schnellimbiss wurden wir dann f├╝ndig.

Das Essen war nat├╝rlich nichts besonderes, aber es war gut und machte satt. Anschlie├čend ziemlich erledigt nach Hause, Luftmatratzen aufblasen, unsere Kopfkissen aufblasen (VAUDE hat schon geiles Zeug auf Lager) und ab zum schlafen. Wir hatten es echt n├Âtig.

Tag 1 in Isfahan, 22. Mai 2018

Ich mache es Heute auch wieder kurz, mir geht es n├Ąmlich nicht so optimal. Der Tag durch die Bazare, die Hitze, zu wenig getrunken, … macht irgendwie platt. Trotzdem haben wir auch heute viel gesehen. Z.B. wie wundersch├Âne T├╝cher ├╝ber zig Stempel, in verschiedenen Farben, zu echten Meisterwerken der Handwerkskunst werden. Aber auch unglaublich viel Touristenkram, denn Isfahan hat jeder Iran-Reisende auf der Liste. Verk├Ąufer die ihr Handwerk mehr als verstehen (da fragt man sich dann schon was unsere eigentlich in der Lehre lernen). Moscheen der besonderen Art – quasi Kathedralen des schiitischen Islams. Ich lass mal wieder eine Bilderauswahl sprechen.

Tag 2 in Isfahan, 23. Mai 2018

Nachdem mir Gestern schon nicht so besonders war, hat sich das Heute am Morgen erst mal fortgesetzt. Keine Ahnung von was das kommt – evtl. schlafe ich einfach auf der Luftmatratze mit dem aufblasbaren Kopfkissen schlecht. Egal, im Laufe des Tages ging es mir dann besser.

Heute stand zuerst der Besuch der Sehensw├╝rdigkeiten rund um den zentralen Platz von Isfahan (Meydan-e-Imam) an. Konkret haben wir die kleinere Lotfollah-Moschee und danach die gro├če Imam-Moschee angeschaut. Obwohl sich all die Moscheen im Prinzip ├Ąhneln, hat doch jede ihre Besonderheiten. Grunds├Ątzlich faszinieren aber in jeder Moschee erneut die Dimensionen und die Pracht der Kuppeln, der Ornamente, der G├Ąnge, der Kacheln, … .

Eigentlich wollten wir danach noch diverse Pal├Ąste anschauen. Wie wir dann aber beide festgestellt haben, war irgendwie die Luft raus und wir haben auf diese Besichtigungen verzichtet. W├Ąhrend eines erholsamen in der Gegend-rumsitzens (durch den Ramazan leider einfach nur so, und nicht in einem Caf├ę) gesellte sich ein junger Iraner zu uns und wir hatten ein nettes Gespr├Ąch. Raha, unser Isfahan-Couchsurfing-Host, gesellte sich dann sp├Ąter auch noch dazu – denn wir hatten ihren einzigen Hausschl├╝ssel dabei.

Irgendwann beschlossen wir dann gemeinsam den Heimweg. Allerdings stand vorher noch ein wenig Shopping auf dem Programm. Die am Vortag entdecken T├╝cher fanden in Form von Tischl├Ąufern den Weg zu uns, und ein nettes Oberteil wechselte auch noch die Eigent├╝merin.

Im sp├Ątnachmittaglichen Gespr├Ąch mit Raha, kamen wir dieses Mal u.a. auf das f├╝r uns immanente Thema der iranischen Kleiderordnung zu sprechen. Auf der bisherigen Reise konnten wir schon ziemlich viele Varianten sehen. Das reicht von topmodisch (!!!) mit einem elegant ├╝bergeworfenen Schal, bis hin zum tiefschwarzen Tschador. Bei Letzterem war uns nun schon klar geworden, dass der „nur“ beim Aufenthalt au├čer Haus ├╝ber die sonst getragene Kleidung geworfen wird. Er ist also quasi eine Art „Kokon“ der au├čer Haus alles verh├╝llt. Raha, die immer modern und farbenfroh gekleidet ist, sagte zu unserer gro├čen ├ťberraschung, dass sie auch einen Tschador hat und den Nachts zu ihrer eigenen Sicherheit vor zudringlichen M├Ąnnern (verharmlosende Formulierung) auch tr├Ągt. Damit bestand auch die M├Âglichkeit den Tschador in einer leicht zu tragenden Variante (es gibt zig verschiedene) auch einmal zu tragen (nein, nicht ich :-) ).

Nachdem Raha zur Nachtschicht aufgebrochen war, stellten wir fest, dass wir zu m├╝de, zu faul, zu fertig f├╝r ein exernes Abendessen waren. Nach ein wenig Brot ging ich fr├╝h schlafen, in der Hoffnung, dass der n├Ąchste Tag endlich mal wieder besser wird.

Tag 3 in Isfahan und die Weiterreise nach Yazd, 24. Mai 2018

Erst einmal f├╝r das Fr├╝hst├╝ck eingekauft. Raha hat sich etwas versp├Ątet und so haben wir dann erst mal zu zweit gefr├╝hst├╝ckt. Als Raha dann kam, hatte Sie auch Brot eingekauft, es aber speziell f├╝r uns beim B├Ącker mit einer Extraportion Schwarzk├╝mmel best├╝cken lassen. Hmmm … lecker.

Vorab hatten wir schon alles gepackt und so kam nach dem Fr├╝hst├╝ck auch schon die Zeit uns zu verabschieden. Wir hoffen Raha einmal in Deutschland wiederzusehen. Das Haus steht ihr allzeit offen.

Am Abend vorher hatte ich auf unserem 3. Handy, das vorsorglich schon mit allen Google-Komponenten best├╝ckt war, die Snapp-App installiert. Die arbeitet penetrant nur dann wenn Google Play Services vorhanden sind. Snapp ist so was wie Uber – eine Taxi-App. Es gibt viele Fahrer die ihre Privatwagen in der Nicht-Arbeitszeit als Taxi vermieten, und die Steuerung l├Ąuft ├╝ber Snapp. Im Vergleich zu normalen Taxipreisen ein echtes Schn├Ąppchen.

Mit einem Snapp sind wir also dann zu den Br├╝cken am Zayandeh-Fluss gefahren um die anzuschauen. Der Fluss selbst f├╝hrt seit ein paar Jahren nicht mehr das ganze Jahr Wasser. Um genau zu sein, laut Passanten gerade mal noch ein paar Wochen im Jahr. Hier ist, wenn man sich das Riesenflussbett anschaut, die Wasserknappheit direkt sichtbar. Ein Problem f├╝r ganz Iran. Trotzdem war der ca. 3 km lange Spaziergang (mit vollem Backpacker-Gep├Ąck) in den Parkanlagen am Ufer, von Br├╝cke zu Br├╝cke, toll.

Anschlie├čend ging es mit dem n├Ąchsten Snapp zum Kaveh-Busterminal. Mit einem der tollen ├ťberlandbusse ging es dann in Richtung Yazd los. Die Busse haben Beinfreiheit, Klimaanlage, Liegeposition, und im vorliegenden Fall sogar ein Entertainment-Terminal in der Sitzlehne des Vordersitzes. Einfach toll. So ist die stundenlange Fahrt durch die W├╝ste, incl. Windhosen die Sand in die H├Âhe ziehen, Regenbogen, … und immer netten Iranerinnen, Iranern und deren Kinder ein gutes und ertr├Ągliches Erlebnis.

In Yazd dann vom au├čerhalb liegenden Bus-Terminal in die Stadt und dort, es war dann schon dunkel, f├╝r dieses Mal ein Hotel gesucht. Das zweite hat uns dann zugesagt und so logieren wir hier wieder in einem traditionellen Hotel mit dem Namen Kourosh.

Yazd, 25. und 26. Mai

Diese in der W├╝ste gelegene Stadt ist irgendwie schon etwas ganz besonderes. Hier geht es weniger um die einzelnen Sehensw├╝rdigkeiten. Die sind zwar auch interessant, aber viel beeindruckender ist die gesamte Altstadt als solche – vermutlich deshalb ist sie auch Weltkulturerbe! ├ähnlich wie man vielleicht schon mal in Filmen zu nordafrikanischen St├Ądten gesehen hat, besteht die Altstadt aus einer Vielzahl verwinkelter, kleiner Gassen bzw. G├Ąsschen. Manche nur gerade so breit, dass zwei Menschen aneinander vorbei kommen, andere erlauben auch schm├Ąleren Autos die Durchfahrt. Die Begrenzungen sind lehmverputzte H├Ąuser in unterschiedlichsten H├Âhen. Die gesamte Altstadt wird somit von der Farbe des Lehms dominiert, der aber durch Licht und Schatten durchaus Farbvariationen bietet.

Ebenfalls ├╝berall sichtbar sind die sogenannten Windt├╝rme. Sie dien(t)en der Luftzirkulation in den H├Ąusern, Kellern oder Wasserzisternen und -Reservoiren. Frischer Wind von den Bergen wird so in die T├╝rme geleitet, warme Luft herausgeblasen. Die T├╝rme stehen dazu mit der langen Seite immer in Front zu den Bergen.

Je l├Ąnger man sich Geb├Ąude in Yazd anschaut, desto klarer wird der schon lang anhaltende Kampf um Wasser. So findet man an allen Ecken und Enden diese alten Reservoire die ebenfalls mit Windt├╝rmen versehen sind. Man findet Abg├Ąnge zu den alten Kan├Ąlen und Reservoiren ├╝ber die die Menschen fr├╝her das Wasser aus der Tiefe geholt haben. Und an ein paar Stellen, z.B. im Wassermuseum, kann man noch Reste der alten Kan├Ąle sehen mit denen das Wasser unterirdisch von den Bergen in die Stadt geleitet wurde. Diese wurden ├╝ber 70km von Hand im steinigen Untergrund gegraben!

Wir haben hier einfach mal haupts├Ąchlich die Seele baumeln lassen und die Atmosph├Ąre genossen. Zum Beispiel im tollen Venice Caf├ę. Bislang habe ich den besten Kaffee meines Lebens in einer kleinen Bar in Rom getrunken, dieses iranische Caf├ę hat aber mind. das gleiche Potential oder ist noch besser. Das Venice Caf├ę hat einen ganz reizenden Besitzer, der alles nur von G├Ąsten gelernt hat. Trotzdem thront da eine italienische Kaffeemaschine vom Feinsten, garniert mit allerlei weiteren Ger├Ąten und vor allem italienischen Bohnen. Am ersten Tag haben wir ihm gesagt wie bei uns Eiskaffee aussieht, die Zutaten gesagt und Fotos im Internet gezeigt. Am n├Ąchsten Tag hat er ihn uns als Original serviert – lecker. Wir haben es genossen!

Oder das Brot des nachfolgend gezeigten B├Ąckers. Direkt, hei├č aus dem Ofen genossen eine wahre Gaumenfreude. Die IranerInnen kaufen das immer gleich stapelweise da es zu jedem Essen geh├Ârt. Als die gemerkt haben, dass wir nur ein Brot wollten, sollten wir immer die Schlange verlassen um nicht warten zu m├╝ssen. Wir mussten uns immer wehren, und am 2. Tag hat es uns ein anderer Wartender als Geschenk auch noch bezahlt. Fast peinlich, aber sehr, sehr nett!

In Yazd gibt es auch bis heute eine Zarathustrier-Gemeinde. In deren Feuertempel brennt z.B. ununterbrochen seit hunderten von Jahren ein Feuer.

Und weitere Dinge, wie Moscheen, religi├Âse Gegenst├Ąnde, weltliche Dinge, … gibt es nat├╝rlich auch zuhauf. Man wird fast nicht fertig mit anschauen.

Von Yazd nach Shiraz, 27. Mai 2018

Am Morgen erst mal Check-Out im Hotel Kourosh. Au├čerdem haben wir beschlossen doch nicht erst in der Nacht mit einem Nachtbus nach Shiraz zu fahren. Statt dessen wollen wir die Mittagszeit, die ohnehin hei├č ist, f├╝r die Reise nutzen. Am Morgen gehen wir aber erst mal noch auf┬á eine Reiseagentur um Flugtickets von Shiraz nach Teheran zu kaufen. Das erweist sich als unproblematisch und bezahlbar und so sind wir nun im Besitz von Tickets um am 29. Mai am Abend nach Teheran zu fliegen.

Anschlie├čend noch mal in das Hotel, etwas ausruhen, trinken, … und dann geht es mit einem Snapp zum Busbahnhof von Yazd (am Flughafen). Ruck zuck sitzen wir im Bus und warten auf die Abfahrt. Ein Ticket haben wir seltsamerweise :-) nicht erhalten, werden daf├╝r aber pers├Ânlich zum Bus gebracht und erhalten die Sitzbank in der 1. Reihe, direkt hinter den Sondersitzen f├╝r den Ersatzfahrer und den Busbegleiter. Erneut haben wir so einen VIP-Bus der das Busreisen zu einem wahren Vergn├╝gen macht. Vollklimatisiert, einen Sitz wie man ihn zu Hause nicht mal immer als Fernsehsessel hat, und (f├╝r mich immer ein Riesen├Ąrgernis in unseren deutschen Transportmitteln) Beinfreiheit ohne Ende!!!

Man kann es sich fast nicht vorstellen, aber so machen dann auch ca. 6 Stunden Busfahrt richtig Spa├č. Wir haben fast das Gef├╝hl wirklich zu Hause im Sessel zu sitzen, und die vorbeiziehende Landschaft in einem Panorama-Fernseher oder -Kino zu sehen. Es fehlt nur jemand der regelm├Ą├čig frische Getr├Ąnke reicht :-).

Es geht in das Gebirge hoch, wieder runter, Hochebenen, W├╝sten, Felsformationen … stundenlang. Mir selbst erschien es oft wie in alten Western-Filmen, oder wie meine Fantasie es mir in den Karl-May-B├╝chern vor das geistige Auge brachte. Mit Bildern aus dem Bus heraus, ist das nicht wirklich darstellbar. Trotzdem hier mal eine Auswahl.

In Shiraz wollten wir eigentlich wieder per Couchsurfing in Kontakt zu IranerInnen kommen. Leider kamen die Arrangements nicht zu Stande. So stand nach der Ankunft in Shiraz erst einmal Hotelsuche auf dem Programm. Am Busterminal lies sich einer der l├Ąstigen Taxifahrer partout nicht abwimmeln. Er kenne au├čerdem ein gutes und g├╝nstiges Hotel in der Stadt, direkt am Zentrum. Die ├╝blichen Versprechen eben. Den Fahrpreis von 10.000 Tuman lies er dann aber ohne Diskussion auf 5.000 Toman runter handeln (Danke Mama!). Das Hafez-Hotel sah ganz ok aus und Irene hat die Zimmer begutachtet, w├Ąhrend ich an der Rezeption gewartet habe. Wie ├╝blich – Stehtoiletten. Irene durfte dann noch ein Zimmer mit Western-Style-Toilette besichtigen, wobei im Zimmer zur ├ťberraschung aller ein Mann im Bett lag :-). Nun gut … f├╝r die Stehtoilette gab es noch mal Discount, wobei das wohl eher an der saure Gurkenzeit „Ramazan“ f├╝r Hotels lag. Wir haben hier also ein recht akzeptables Hotel, das nicht im Lonely Planet steht, und wirklich in der Stadt ist.

Bevor wir uns etwas f├╝r das Abendessen gesucht haben, ging es zu einem Spaziergang in die Stadt. Nichts weltbewegendes auf den ersten Blick, aber wieder meine Lieblingsgesch├Ąfte – Gew├╝rzh├Ąndler, Nussh├Ąndler, … . Einfach sch├Ân zu sehen, und auch sch├Ân zu riechen!

Persepolis, 28. Mai 2018

Vorab: Persepolis (siehe Wikipedia-Link) war eine altpersische Residenzstadt. Namen wie Darius, Xerxes, Artaxerxes, … geh├Âren zu dieser Stadt. Sie wurde, so die derzeitige Interpretation, von Alexander dem Gro├čen zerst├Ârt.

Gleich Gestern haben wir an der Hotelrezeption noch einen Tipp des Lonely Planet befolgt. Wir haben f├╝r die Persepolis-Ruinen, die wir von der Basis Shiraz aus heute besuchen, keinen Tour-Guide gemietet sondern nur einen Fahrer der uns hin und zur├╝ck f├Ąhrt. Das ist billiger und mehr als in unseren beiden Reisef├╝hrern steht wollen wir als Arch├Ąologie- und Geschichtslaien gar nicht wissen. Das bedeutete am Morgen mal wieder den Wecker stellen, denn die Fahrt in das ca. 40km entfernte Ruinenfeld von Persepolis begann um 8:00 Uhr, vorher noch kurz Fr├╝hst├╝ck.

Da unsere Vorbereitung ja durchaus liederlich war, haben wir uns mit den beiden Iran-B├╝chern im Auto┬á eingelesen und f├╝hlten uns soweit f├╝r die Besichtigung ger├╝stet. Das hat, kann ich gleich verraten, auch ziemlich gut gepasst. Wir haben l├Ąnger gebraucht als die ganzen Reisegruppen und haben uns gewissenhaft alles angeschaut :-).

Trotz des hohen Grads an Zerst├Ârung eine imposante Anlage! Hier drei, eigentlich zusammengeh├Ârige, ineinander ├╝bergehende Bilder, um die Ausdehnung dieser Anlage zu erahnen.

Den Abschluss des Ausflugs bildeten die ca. 7km entfernten Felsengr├Ąber von Naqsh-e Rostam (siehe Wikipedia-Link).

Mit all diesen Eindr├╝cken dann wieder zur├╝ck in das Hotel. Mit 36┬░C war es Heute sauhei├č – zumal einem die Sonne hier dann doch direkter anbrutzelt als bei uns. Im Hotel dann Mittagsschl├Ąfchen, Lesen, Blog updaten, Dienstmails beantworten, … und dann irgendwann beschlie├čen, dass wir jetzt eigentlich wieder raus k├Ânnen um vielleicht etwas zu Essen zu finden, den Rest des Bazars anzuschauen, etc..

Das mit dem Essen ist im Ramazan doch recht schwierig. Es gibt im Prinzip immer Getr├Ąnke und Chipst├╝ten etc. zu kaufen. Den Verzehr soll man dann entsprechend vorsichtig und verborgen machen. Wie das geht zeigen einem so gut wie alle IranerInnen die da unterwegs sind. Bei 36┬░C ist das ohne Trinken auch nur auszuhalten (soweit ├╝berhaupt sinnvoll) wenn man den ganzen Tag liegen bleibt und nicht arbeiten muss. Die IranerInnen m├╝ssen aber auch arbeiten und so sieht man allenthalben den verstohlenen Griff zur Wasserflasche, was wir dann eben auch gemacht haben.

Essen kaufen ist dann doch eher schwierig. Heute bestand das aus Speiseeis einer Eisdiele. Auch wir erkennen n├Ąmlich zwischenzeitlich Gesch├Ąfte in denen das Rolltor nur halb zu ist und dahinter Aktivit├Ąten sind. Flugs standen wir auch in der Eisdiele. Der dortige Chef machte uns durch Handzeichen klar, dass wir Eis bekommen, dann aber weit von seinem Gesch├Ąft zu verschwinden haben. Haben wir ordnungsgem├Ą├č gemacht.

Der „Rest“ des Bazars war dann der s├╝dliche Hauptteil. Ein Riesengewirr an Gassen und bei weitem nicht so touristisch verseucht wie z.B. in Isfahan.

Ich habe heute auch mal versucht Personen auf den Fotos zu haben. Bei uns in Deutschland ist der Iran ja vor allem durch Bilder von im schwarzen Tschador verh├╝llten Frauen bekannt. F├╝r uns Deutsche doch eher verst├Ârend. Was man hier dann aber sieht ist doch eher differenzierter zu betrachten. Ja, es gibt wie schon bei dem Bericht aus Isfahan zu lesen diese Tschador tragenden Frauen. Und ja, es sind durchaus viele. Es f├Ąllt einem aber auch sehr schnell auf, dass der Tschador nur wie ein Mantel ├╝ber der darunter befindlichen normalen Kleidung getragen wird. Durch die schwarze Farbe, und den zus├Ątzlichen Stoff, definitiv eine Zusatzbelastung. Am Anfang aber erstaunlich, dass die Gesichter dieser und aller anderen Frauen vor Selbstsicherheit und Stolz leuchten. Da schaut keine dieser Frauen weg, keine ist verlegen! Von jung bis alt wird der ausl├Ąndische Besucher offensiv angeschaut, gemustert, angel├Ąchelt, gegr├╝├čt, angesprochen …! Am Anfang ein harscher Kontrast zu dem was man(n) hier erwartet, aber ein sehr positiver Kontrast.

Bei den Fotos habe ich dann mal versucht auch die anders gekleideten Frauen abzulichten, einen allgemeineren ├ťberblick zu zeigen, durchaus mit der Absicht die Freundlichkeit zu zeigen die sich einem hier auftut.

Ach ja … Irene hat dann noch ein seit Tagen verfolgtes Ziel in die Tat umgesetzt. Und zwar kaufen wir schon seit einer Weile in jedem Land in dem wir sind als Reisemitbringsel ein paar W├Ąscheklammern. So ganz ohne Begleitung die das Wort „W├Ąscheklammern“ ├╝bersetzt ist das aber in Iran nicht so ohne weiteres m├Âglich. Hallo Kids, ihr kennt Mamas Geschick bei Pantomime? Nun … hat sie hier auch angewendet …. und ruck-zuck haben mal kurz vier Frauen mit Irene W├Ąscheklammern gesucht und gefunden – wir haben also welche aus Iran :-)

Schiraz, 29. Mai 2018

Am Morgen sind wir, um der Hitze und den anderen Besuchern zuvor zu kommen, wieder fr├╝h aufgestanden. Ganz oben auf unserer Liste f├╝r den heutigen Tag stand die Moschee Nasir ol-Molk. Die hier zu findenden Kacheln an den W├Ąnden sind nicht wie meist in Blaut├Ânen gehalten, sondern in Rosa und Gelb. Au├čerdem hat diese Moschee einen ber├╝hmten Gebetsraum der mit Buntglasscheiben ausgestattet ist. Die einfallende Sonne gibt dem Raum eine ganz besondere Note.

Anschlie├čend ging es zum G├Ąsteteil eines Stadtpalasts einer Shirazer Familie. Der Palast hat den Namen Baq-e Narenjestan. Im Untergeschoss gab es erst mal einen Kaffee, bevor wir uns dann dem reich verzierten Geb├Ąude annahmen.

Anschlie├čend gingen wir zur├╝ck zum Hotel, denn die Temperaturen waren schon in der Gegend knapp unterhalb 40┬░C. Der Plan war es, dort im klimatisierten Hotelzimmer bis ca. 15:00 Uhr abzuwarten. Laut Hotel-Rezeption sollte das m├Âglich sein, wobei die Mitarbeiter/innen schon auff├Ąllig schlecht Englisch konnten. Ich habe ihnen die Uhrzeit dann noch mal schriftlich auf dem Handy gezeigt, und dann war Check-Out doch um 12:00 Uhr – super :-(, dann also Check-Out in etwas k├╝rzere Zeit, das Gep├Ąck deponiert und wieder ab in die Stadt um im Bazar die Zeit totzuschlagen.

Davon hatten wir allerdings auch irgendwann die Nase voll, zumal im Bazar ab ca. 13:00 Uhr viele der L├Ąden ├╝ber die Mittagszeit schlie├čen. Also um 15:00 Uhr dann das Gep├Ąck aus Hotel geholt, mit einem Snapp zum Flughafen, denn klimatisiert am Flughafen warten hat ja auch was. W├Ąren da nicht gelegentlich Versp├Ątungen. In unserem Fall wurden die sogar immer wieder verl├Ąngert, so dass unser Flieger statt um 17:45 Uhr erst um 20:45 abhob.

Meisam u. Mitra holten uns am Inlandsflughafen in Teheran ab. Das war unser erstes Treffen mit Mitra, denn bei unserer ersten Ankunft in Teheran hatten wir sie ja gar nicht gesehen. Nach einer weiteren Stunde waren wir dann wieder in deren Wohnung in Karadj.

Wir haben dann noch eine gute Weile geredet, Mitra besser kennen gelernt, und sind dann todm├╝de ins Bett gefallen. Am n├Ąchsten Tag stand ja ein Ausflug irgendwohin in den Norden an.

Karadj, Kandelous – 30. Mai 2018

Ja … am n├Ąchsten Morgen wurde dann gepackt, und irgendwann wurde uns dann klar, dass wir keinen Tagesausflug machen, sondern erst in 3 Tagen wieder zur├╝ck sind. Also die notwendigsten Sachen in einen Rucksack vereint, und los ging es. ├ťber die ber├╝hmte Stra├če nach Chalus ging es los in die Berge des n├Ârdlich liegenden Alburz-Gebirges, bei uns Elburs-Gebirge genannt. Unterwegs am Stra├čenrand dann Fr├╝hst├╝cks-Pause. Hier haben wir dann auch eine neue Seite von Meisam kennen gelernt – er hat immer einen Plastiksack dabei und sammelt dann Abfall auf solchen wilden Rastpl├Ątzen. Bis wir mit dem Fr├╝hst├╝ck fertig waren, hatte er den gesamten Platz ges├Ąubert und daf├╝r einen gro├čen M├╝llsack voll Abfall. Ein Vorbild.

Das Alburz-Gebirge (Elburs-Gebirge) selbst ist eine geniale Landschaft aus unterschiedlichsten Bergformen, es war endlich auch k├╝hler, und wir fuhren tiefer und tiefer hinein. Ca. 20km v. Chalus (am kaspischen Meer) bogen wir rechts ab, um zu einem Ort namens Kandelous zu fahren. Mitra und Eisam waren dort auch noch nie, es sollte aber toll sein und die beiden wollten das mit uns besuchen. Na dann. Irgendwie haben wir aber einen weiteren Abzweig verpasst und irgendwann am Wegrand bei einem Geh├Âft angehalten. Dort war eine Ziegen- und Schafshirtenfamilie bei der Arbeit. Sie machten aus der Milch diverse Produkte, z.B. Ayran, Joghurt, Butter, … die wir dann auch direkt dort gekauft haben. Au├čerdem wollten sie ihre 5 unverheirateten S├Âhne mit unseren T├Âchtern verkuppeln – ernsthaft! Wir hatten Riesenspa├č mit der kurdisch-stammigen Familie!!!

Da wir zu weit gefahren waren, ging es anschlie├čend 20 Minuten zur├╝ck um dann links nach Kandelous abzubiegen. Dort Mittagessen am Kofferraum und anschlie├čend das Dorf- bzw. Anthropologie-Museum mit allerlei zusammen getragenen Dingen besucht. Nichts ultimativ spektakul├Ąres, aber trotzdem ganz interessant und teilweise sehr, sehr alte St├╝cke!

Hotels gab┬á es im Ort keine, aber Meisam hat kurzerhand ein Ferienh├Ąusle gemietet, wir fuhren hin, haben uns eingerichtet, eingeheizt (statt 34┬░ wie in Schiraz, hatten wir nun 14┬░ in den Bergen) und dann ging es los in Richtung Bergdorf um dort etwas zu Essen – im Restaurant hatten wir uns vorab angek├╝ndigt.

Unterwegs kamen wir allerdings an der dortigen Moschee vorbei. Dort startete gerade das gemeinschaftliche Fastenbrechen. Wir wurden quasi fast hineingezogen, auf jeden Fall eingeladen. Ok, auch der Hinweis, dass wir ja Christen sind wurde hinweg gefegt. Und so sa├č nach kurzer Diskussion Irene u. Mitra (hinter einem Vorhang) bei den Frauen in der Moschee, w├Ąhrend ich in der M├Ąnnerabteilung auf dem Boden sa├č. Es gab leckeren Reis m. H├Ąhnchen, Datteln, Tee, K├Ąse, … und ein herzliches Willkommen. Neben mir der Mathelehrer des Dorfs, schr├Ąg gegen├╝ber ein Maschinenbau-Prof. v. irgendeiner Uni, … war echt toll.

Vor Ort noch den Friedhof besichtigt. Auch das machen wir oft, denn in anderen L├Ąndern ist die Friedhofskultur auch anders und (wie wir finden) interessant. Erschreckend waren die sogenannten M├Ąrtyrer-Gr├Ąber. Alle Gefallenen der Kriege sind M├Ąrtyrer. Eines der Gr├Ąber war dann von einem 16-j├Ąhrigen der im Irak-Iran-Krieg gefallen ist. Wie bei allen sinnlosen Kriegen, und religi├Âs (mit)motivierte Kriege fallen da alle darunter, hoffe ich die Verantwortlichen werden sp├Ąter von „ihrem Gott“ zur Rechenschaft gezogen.

Kandelous n. Royan am kaspischen Meer – 31. Mai 2018

Am Morgen, nach dem Fr├╝hst├╝ck, kleine Wanderung an einem Berg in Kandelous. Dann Abfahrt nach Royan am kaspischen Meer. Dabei kamen wir wieder bei der kurdischen Hirtenfamilie vorbei. Dieses mal waren zwei der f├╝nf noch zu habenden S├Âhne anwesend und wurden live angepriesen. Bei Interesse bei mir melden, dann r├╝cke ich die GPS-Koordinaten raus.

Die Reise ging stundenlang durch das Hochland. Wir haben viel gesehen, unterwegs an einem Stra├čenstand noch Essenspause gemacht und wunderbar frisches und leckeres Brot bekommen. In Royan angekommen, waren wir aber alle doch ziemlich am Ende. Hotels gibt es hier in Royan leider keine. Unsere iranischen Freunde Mitra und Meisam konnten aber die Werbeanzeigen f├╝r Ferienzimmer u. Apartments lesen, und w├Ąhrend wir im Auto warteten hat Meisam das alles geregelt. Wir kamen also auch hier gut unter.

Nach dem Abendessen unternahmen wir noch einen n├Ąchtlichen Strandspaziergang. Unter anderem hatte es bei uns in der N├Ąhe einen kleinen Vergn├╝gungspark, mit Drachenschaukel und Boxauto. War sehr witzig da ein wenig zuzuschauen. Mit einem Eis aus der „original italienischen Eisdiele“ ging es dann nach Hause und ins Heia.

Royan, zur├╝ck nach Karadj – 1. Juni 2018

Heute Morgen gab es erst mal eine ├ťberraschung zum Fr├╝hst├╝ck. Meisam zieht ja jeden Morgen los und holt frische Eier damit es R├╝hrei zum Fr├╝hst├╝ck gibt. Heute hat er aber zus├Ątzlich noch eine ordentliche Portion Rinder-/Schafs-Hackfleisch mitgebracht. Zusammen mit den Eiern und diversen Gew├╝rzen zauberte er damit erneut eine Bereicherung f├╝r das Fr├╝hst├╝ck.

Anschlie├čend ging es an den Strand des kaspischen Meers. Im Verlauf unseres dortigen Spaziergangs f├╝llte sich der Strand dann doch ganz ordentlich. F├╝r uns absolut ungewohnt:

  • Da es keine gro├če Ebbe und Flut gibt, fahren hier alle mit dem Auto direkt an den Strand, parken das Auto ein paar Meter vor dem Wasser, und machen dann Picknick vor oder neben dem Auto. Sieht f├╝r uns echt ungewohnt aus.
  • Im Wasser sind prim├Ąr mal die Kinder. Wenn wir den ganzen Morgen 5 Erwachsene gesehen haben, war es viel.
  • Frauen d├╝rfen in voller Montur auch zum Schwimmen. Es gibt aber auch eigene Bereiche die f├╝r Frauen reserviert sind.┬á Dort ist dann auch Baden im Bikini erlaubt. Aktuell waren zwar die Bereiche sichtbar (durch Stahlstangen eingez├Ąunt), die Vorh├Ąnge waren aber noch nach oben gerafft und alles wurde erst f├╝r n├Ąchste Woche vorbereitet. N├Ąchste Woche wird n├Ąmlich mit einem gro├čen Besucheransturm gerechnet, denn es gibt mehrere religi├Âse Feiertage. Unter anderem der Todestag von Khomeini, den aber scheinbar viele Iraner/innen lieber im Norden im Urlaub verbringen.

Meisam tobte sich erst mal mit einem gemieteten Jet-Ski aus bevor wir dann noch Angler, Reiter, die ├╝blichen Strandverk├Ąufer, … bei einem Spaziergang beobachteten.

Irene und ich haben auf ein Bad verzichtet, u.a. weil wir nicht genug Klamotten mitgenommen hatten, und au├čerdem beide von Kopfweh geplagt waren. Letzteres wurde mit ein paar Dolormin im Laufe des Tages bek├Ąmpft.

Nach diesem trotzdem erholsamen Spaziergang, ging es zur├╝ck in das gemietete Apartment, nochmal Duschen, alles ins Auto schaffen und dann ging es auf den Weg zur├╝ck. Dieses Mal aber nicht ├╝ber die Chalus-Stra├če, sondern weiter ├Âstlich ├╝ber die 77. Dabei noch einen Stra├čen-Bazar mitgenommen. Au├čerdem erneut die wahnsinnige Bergwelt des Alburz-Gebirges genossen und Unmassen an Fotos aus dem Auto heraus geschossen. Den 5.000-er Berg Damavand bekamen wir leider nur ganz kurz aus dem Auto heraus zu sehen. Er war in dunkle Wolken geh├╝llt und mangels Zeit haben wir deshalb dann auch keinen gesonderten Abstecher gemacht um ihn zu sehen. Die Temperaturen schwankten dann auch wieder erheblich – von 36┬░C weiter unten, bis 14┬░C weiter oben, und wieder zur├╝ck auf 34┬░C.

Der Weg selbst ist zwar bzgl. Kilometern ├╝berschaubar, aber das zieht sich durch die Gebirgsstra├čen und den Verkehr doch erheblich in die L├Ąnge. Heute war au├čerdem Freitag, was unserem Sonntag entspricht, und so waren am Abend viele andere Iraner mit uns unterwegs zur├╝ck zur Hauptstadt oder deren Vororten.

Vom vielen Autofahren ziemlich ersch├Âpft fuhren wir dann, Meisam applaudierend, in den Hof ihres Hauses. Er hatte uns in den letzten drei Tagen unerm├╝dlich und gut chauffiert! Daf├╝r auch hier noch mal herzlichen Dank. Mit ein paar nicht-alkoholischen Getr├Ąnken (also heute h├Ątten wir ein Radler gerne gehabt) und einem Abendessen ging dann auch dieser Tag zu Ende. Nachfolgend noch eine kleine Fotoauswahl.

Abreisetag und R├╝ckreise – 2. und 3. Juni 2018

Nach den drei strapazi├Âsen Reisetagen zum kaspischen Meer und zur├╝ck, haben wir heute Nacht tief und fest geschlafen. Mitra musste, nachdem wir sie noch kurz gesehen haben, leider gleich am Morgen f├╝r einige Stunden zur Arbeit, und so genossen wir das Fr├╝hst├╝ck mit Meisam erst mal nur zu dritt. Die noch anstehenden wichtigen Dinge, z.B. Rial-R├╝cktausch in Euros, hatten wir schon am Vorabend erledigt. Meisam ging dann mit uns noch mal nach Karaj um nach Souvenirs etc. Ausschau zu halten. So richtig gefunden haben wir nichts, aber es war trotzdem eine sch├Âne Tour.

Nach unserer R├╝ckkehr war Mitra auch schon wieder da, und das Mittagessen bestand aus einem tollen Fisch- und Reisgericht, das Mitra noch in der letzten Nacht gekocht hatte. Sie meinte wir essen gegen sp├Ąter noch, aber wir waren dann alle m├╝de und gingen schlafen. Das Essen war aber auch am heutigen Tag noch lecker.

Wir planten dann unsere Abreise, denn insbesondere Irene wollte noch Erfahrung mit der Teheraner Metro sammeln. Entgegen den Ratschl├Ągen von Meisam und Mitra verzichteten wir also auf ein Taxi, verabschiedeten uns von der Familie die im gleichen Haus wohnt und lie├čen uns zur Metro-Station bringen. Dort verabschiedeten wir uns endg├╝ltig von den beiden, und hoffen sie bald bei uns wieder zu sehen. Aus diversen Gr├╝nden planen Sie n├Ąmlich f├╝r August eine Reise in die Schweiz (zu einem Ort in unsere N├Ąhe) und dann hoffentlich auch zu uns.

Mit einer ezpay-Karte f├╝r die Metro, die Laura uns vermacht hatte, ging es dann los. Erste Erfahrung: Man kann in kurzer Zeit nur eine Fahrt von so einer Karte abbuchen – die zweite m├╝sste man dann bar bezahlen. Jedes Mal wenn wir aber an der Einlass-Schranke standen, und ich als zweite Person nicht reinkam, eilte ein Iraner zur Hilfe und buchte den Fahrpreis von seiner Karte ab!

Es ging also rein nach Teheran – zum ersten Mal auf unserer Reise :-).

Wenn man so wie wir den absolut wahnsinnigen Autoverkehr vorab erlebt hat, fragt man sich schon warum die Regierung dieses und andere Verkehrsmittel nicht auf einen ordentlichen Stand bringt und damit den Verkehr eind├Ąmmt!? Laut Berichten sterben jedes Jahr um die 30 Personen am Teheraner Smog. Die Schienen erlauben offenbar keine h├Âheren Geschwindigkeiten als 50 Stundenkilometer. Au├čerdem fahren die letzten Metros noch vor 23:00 Uhr. Die Anbindung des internationalen Flughafens, auf dem die ganze Nacht Fl├╝ge landen und starten, ist somit nicht gegeben. Dokumentation und Homepage der Metro sind eine Katastrophe. Die Metro und der Teheraner Autoverkehr, das will ich abschlie├čend hier noch explizit sagen, ist aber das einzige Negativbeispiel der ganzen Reise.

Wir kamen also mit einmal umsteigen in die Innenstadt. Schwer bepackt wanderten wir so noch ca. 4 Kilometer durch Teheran, bis zur Metrostation die uns zum Flughafen bringen sollte. Dort kauften wir noch Brot und Wasser, bevor wir dann in Richtung internationaler Flughafen aufbrachen.

In der Metro ist der vordere Teil jeweils als Frauenabteil reserviert, was aber M├Ąnner die in den ├╝berf├╝llten Gemischtbereich nicht einsteigen wollen, nicht am zusteigen hindert. Im gemischt geschlechtlichen Bereich ging es also zur Umsteigestation zur Linie 8 die uns zum Flughafen bringen sollte. Nach dem Aussteigen dann aber 100% Fehlanzeige. Entweder war das doch die falsche Station, oder die Verbindung zur Linie 8 ist nicht ausgeschildert. Wir fanden auf jeden Fall keine Linie 8 und standen etwas bl├Âd vor der Metrostation. Ein paar junge Frauen erkl├Ąrten uns mit H├Ąnden und F├╝├čen es g├Ąbe nur Taxi. Die Taxifahrer erkl├Ąrten um diese Uhrzeit (kurz nach 22:00 Uhr) g├Ąbe es keine Metro mehr, und so mussten wir den Rest des Weges mit dem Taxi fahren. Ob das so stimmt wissen wir leider nicht.

Ja … und dann begann das Warten! Der Flug ging erst um 4:35 Uhr und die Stunden des Wartens ziehen sich. Irgendwann war es dann aber so weit – der Flieger hob ab, was wir vermuten, denn wir waren beide schon vorher eingeschlafen. Nach drei Stunden Schlaf (unruhig wie man eben im Flieger so schl├Ąft) landeten wir in Istanbul. Erneut erlebten wir die Verwandlung der mitreisenden Frauen, die mit iranischen Kleiderregeln (weit ausgelegt) abflogen, und mit aktueller und sch├Âner Modebekleidung landeten! Welch Irrsinn!

Dort dann noch mal etliche Stunden in wartender Haltung, bevor wir dann nach Basel flogen. Mit dem IRE nach Friedrichshafen-Flughafen, wo uns eine irakischer-iranischer Taxifahrer :-) nach Hause fuhr und hellauf von unserer Reise begeistert war. Mit einem letzten Cho-da-ha-fes (Auf Wiederesehen) an den Taxifahrer endete so unsere Iranreise vor der Haust├╝r.

Pers├Ânliches Fazit

Meine jahrelang gehegten Tr├Ąume f├╝r diese Reise haben sich alle mehr als erf├╝llt. Iran hat alle Erwartungen ├╝bertroffen! Dies sowohl als Land, in Hinblick auf seine Infrastruktur, auf seine gepflegten Kultursch├Ątze, auf Land und Leute, … insbesondere aber auch bez├╝glich der Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Iranerinnen und Iraner. Obwohl wir vorab schon einigerma├čen gut informiert waren, waren wir von der Realit├Ąt doch positiv beeindruckt. Es war so gut wie alles wesentlich besser als erwartet!

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