Kamerun 2017

[8. Update, Stand vom 24.8. (erstes Tagesupdate), es werden nun noch Bilder folgen – ich habe wieder einen PC unter den Fingern] GrundsĂ€tzlicher Anlass der Reise war, neben unserer allgemeinen Reiselust, eine Hochzeitseinladung des ehemaligen Au-Pairs meiner Schwester Bernadette. Sie heißt Sandra GaĂ«lle und hatte in Deutschland StĂ©phane, einen Kameruner der auch aus YaoundĂ© stammt, kennen und lieben gelernt. Über diese Einladung haben wir uns sehr gefreut und nach diversen Vorbereitungen (Visa, Impfungen, Infos, …) ging es dann los.

8.8. – Ab- bzw. Anreise

Da unser Turkish Airlines Flieger am Dienstag schon kurz nach 10 Uhr startete, und wir die Anreise ja noch einrechnen mussten, starteten wir lieber schon am Montagabend und konnten bei meinem Bruder Dominik in MĂŒnchen ĂŒbernachten. Nach einem netten Abend beim Griechen ging es dann am nĂ€chsten Morgen trotzdem noch recht frĂŒh zum Flughafen in MĂŒnchen. Obwohl wir 2 Stunden vorher am Schalter waren, machten wir uns zum Schluss doch noch Sorgen ob wir rechtzeitig abgefertigt werden und es noch durch die Sicherheitskontrolle zum Boarding schaffen. Zu wenig Personal an den Schaltern, die Mitreisenden mit GepĂ€ck ohne Ende, … dauerte das schon mal ganz ordentlich. Aber es ging dann doch alles gut und wir konnten die erste Etappe bis Istanbul gemĂŒtlich absolvieren. Nach einem ertrĂ€glich kurzen Aufenthalt ging es dann an das Gate in Richtung YaoundĂ©. Das war dann eigentlich das erste Mal, dass wir mit unserer Hautfarbe in der Minderheit waren. Erneut mit Turkish Airlines ging es nun direkt nach YaoundĂ©.

Der dortige Ausstieg verzögerte sich, weil an der Gangway / dem Flughafen der Strom ausgefallen war. So ca. 15-20 Minuten spĂ€ter war das Problem aber gelöst und es ging zu den EinreiseformalitĂ€ten – ÜberprĂŒfung ob eine Gelbfieber-Impfung im Impfbuch steht, Einreise-Papiere ausfĂŒllen, FingerabdrĂŒcke abgeben, GepĂ€ck vom Band und ohne Kontrolle durch den Zoll. Jetzt war noch die Frage ob uns jemand abholt – die Kommunikation im Vorfeld war leider unterbrochen worden. Aber wir waren noch kaum draußen, erkannte StĂ©phane (der BrĂ€utigam) mich und ich ihn. Nach einer herzlichen BegrĂŒĂŸung ging es dann mit dem Auto eines Cousins zu unserem angemieteten Appartement im sĂŒdlichen, und leider etwas sehr außerhalb liegenden YaoundĂ©-Stadtviertels Ahala (unser zeitliches Domizil ist markiert). StĂ©phane und seine Verwandtschaft verabschiedeten sich, denn es war mittlerweile schon ca. 1:00 Uhr am Morgen des 9. August. DafĂŒr wartete meine Schwester Bernadette auf uns, sie war schon eine Tag frĂŒher angereist, und ĂŒbernahm unsere BegrĂŒĂŸung und Zimmer-Einweisung. Noch schnell das Moskito-Netz aufhĂ€ngen, und ab in die Falle.

Tag 1 (9.8.): Hochzeits-WG und traditionelle Hochzeit

Am nĂ€chsten Morgen machten wir uns dann mit unseren Mitbewohnerinnen bekannt. Manuela (eine Lehrerin von Sandra GaĂ«lle – der Braut – in Ettlingen) und Miriam (eine MitschĂŒlerin von Sandra GaĂ«lle und stammt ursprĂŒnglich selbst aus Kenia) komplettierten damit unsere 5-er-WG. Alle sehr, sehr nett und so fanden wir uns nach der Morgentoilette alle beim FrĂŒhstĂŒck ein. Dabei konnten wir dann an den Erfahrungen teilhaben die die anderen schon am Vortag gesammelt hatten. So erfuhren wir z.B. dass Gabriel, ein Onkel von Sandra GaĂ«lle uns mit seinem Taxi nicht nur durch YaoundĂ© fĂ€hrt, sondern uns auch bei den diversen EinkĂ€ufen, Verhandlungen, … zur Seite steht. Gesagt getan, Gabriel stand zur ausgemachten Uhrzeit vor der TĂŒr und es ging mit seinem Taxi in die Innenstadt der großflĂ€chigen Hauptstadt von Kamerun – YaoundĂ©. Nach diversen Kleinbesorgungen, u.a. ein Kauf afrikanischer Stoffe fĂŒr Kleider u. Tischdecken, einem Oberteil fĂŒr mich, … gab es dann auf dem MarchĂ© Central ein Bier und anschließend ein Mittagessen an einem Essensstand. Nachdem Gabriel, der offenbar auch eine Rolle in der FamilienfĂŒhrung (Chef de famille) inne hat, noch bei etliche Runden bei Stuhl- und Tischverleihern (fĂŒr die Hochzeit) gedreht hatte, ging es dann wieder nach Hause um sich fĂŒr den Abend hĂŒbsch zu machen. Da aber zu dieser ersten Hochzeit, der traditionell kamerunischen Hochzeit, angeblich alle in normalen Kleidern kommen, war die AufhĂŒbschzeit dann ĂŒberschaubar und wir machten uns wieder mit Gabriel auf den Weg. In mehrfacher Hinsicht ein großer Fehler!

Zuerst einmal waren um diese Zeit (ca. 17:00 Uhr) alle Straßen komplett verstopft, womit wir fĂŒr die Anfahrt schon mal statt 30 Minuten, eine Stunde benötigten. Beim Haus von Sandras Eltern angekommen wurden wir mit den Eltern, der Oma, … und den sonst gerade noch anwesenden Anverwandten von Sandra bekannt gemacht. Das war aber seltsamerweise eine ĂŒberschaubare Anzahl und wir fragten uns wo denn der Rest der angeblich großen Anzahl an HochzeitsgĂ€sten war!? Nun … und hier beginnt der zweite große Fehler … um die angegebene Uhrzeit kommt man einfach nicht, außer man ist ein Deutscher und damit Uhrzeit-PĂŒnktlichkeitsfetischist. Nach 2 Stunden meinte Gabriel dann, dass wir nun in die Kirche gehen und dort Sandra treffen. Es ging dann durch den Ortsteil zu einer Kirche, die aber schon aus war. Also gingen wir in so eine Art Bar am Straßenrand, tranken ein kamerunisches Bier, und im Anschluss wieder zum Haus der Eltern. Nun, es war nun schon so ca. 21:00 Uhr und damit waren wir seit drei Stunden vor Ort, so wirklich mehr Leute waren noch nicht gekommen. Die ersten gingen wieder, neue kamen … und gingen auch wieder, es wurden Stuhlreihen ins Freie getragen und kamen wieder rein, Leute auf den EhrenplĂ€tzen kamen und gingen, … und wir wunderten uns. So gegen 22:00 Uhr wurden wir dann aufgefordert unsere PlĂ€tze einzunehmen, denn es sollte losgehen. Auf den StĂŒhlen, eng an eng, im sich stetig aufheizenden Wohnsaal, warteten wir, und warteten, und … genau, warteten. Wer schon mal eine halbe Stunde auf einen Zug gewartet hat, kann evtl. im Ansatz unser 5-stĂŒndiges Warten vorstellen.

Erst so gegen 23:00 Uhr kam nĂ€mlich so langsam Bewegung in die Sache. Manuella (nachfolgend immer an den beiden ‚L‘ im Namen erkennbar), eine kamerunische Freundin von Sandra, die auch aus Deutschland in die Heimat angereist war, erlĂ€uterte uns was da nun so vor sich ging. Die Verwandtschaft der Braut, inkl. aller OberhĂ€upter der Familie waren anwesend und warteten auf die Verwandtschaft des BrĂ€utigams. Die muss nĂ€mlich in einer Art Scheinverhandlung um die Braut feilschen, Geld bezahlen, … und so weiter. Man ahnt es vielleicht schon, aber das „Warten“ auf die Familie des BrĂ€utigams zieht sich auch hin. Im Klartext bedeutet, dass: Alle Sitzen einfach mit stocksaurer Miene da, wobei das schon ein Teil des „Braut-nicht-RausrĂŒcken-Theaters“ ist, und Schweigen! Ernsthaft! Du sitzt schweigend eine weitere Stunde in einem nun brechend vollen, schwĂŒlen und heißen Saal. Die afrikanischen Profis, auch mal der eine oder andere Gast, in den hinteren Reihen nutzen das mal fĂŒr ein SchlĂ€fchen.

Und dann, endlich, kommt die Familie des BrĂ€utigams – ohne ihn! Man setzt sich, auch mit Poker-Miene in den Gesichtern, und wartet … immer noch schweigend. Irgendwann eröffnet einer aus der Verwandtschaft des BrĂ€utigams die (Schein-)Verhandlungen um die Braut. Da das dann aber nicht auf Französisch, sondern in einer der 200 kamerunischen Sprachen ablĂ€uft, verstehst Du rein gar nichts! Ok … Du denkst nun die Verhandlung kommt in den Gang? Weit gefehlt! Nach der Verhandlungseröffnung setzt sich der erste VerhandlungsfĂŒhrer wieder, wĂ€hrend die Gegenpartei der Braut das erst mal mit Poker-Miene auf sich wirken lĂ€sst. Warten! Iiiiirgendwann steht einer von denen dann auf und hĂ€lt seine Gegenrede.

Einer der VerhandlungsfĂŒhrer bei der traditionelle Hochzeit

Auch der setzt sich wieder und das Warten nimmt seinen Lauf. So geht das nun einige Mal hin und her – inklusive dem Warten zwischen den VerhandlungsbeitrĂ€gen. Zunehmend wird die Verhandlung offenbar persönlicher, und die verschiedenen VerhandlungsfĂŒhrer machen sich ĂŒber die Gegenpartei lustig. Da in diesem Fall alle Bescheid wissen (laut Informationen von anderen KamerunerInnen kann das durchaus aus Ernst sein und negativ enden), wird dabei dann teilweise heftig gelacht. Nur wir nicht – wir verstehen ja nichts. Die groben Fortschritte der Verhandlung erklĂ€rt uns tapfer Manuella, die aber eigentlich eine andere der lokalen Sprachen spricht.

Nach etlichen dieser Verhandlungsreden beginnt die Familie des BrĂ€utigams mit Geldzahlungen um die angepriesene Braut zu Gesicht zu bekommen – es sind nĂ€mlich bislang weder die Braut, noch der BrĂ€utigam anwesend. Nachdem genĂŒgend Geld geflossen ist (in diesem Fall eher symbolisch) beginnt die Familie der Braut auf das Angebot einzugehen. Zuerst wird eine andere Frau, unter einem Tuch versteckt, hereingefĂŒhrt und als die angebliche Braut angeboten. Das merkt die Familie des Mannes und lehnt das ab. Warten ist die natĂŒrliche Folge. Dann wird eine Auto-Anfahrt der Braut simuliert, wobei das Auto leider kaputt geht und man braucht Geld um es zu reparieren – erneute Zahlungen, und erneutes Warten. Es folgt ein Gejammer ĂŒber die teuren Benzinpreis – erneute Zahlungen, und erneutes Warten. Und endlich wird die Braut gebracht – großer Jubel! Leider fehlt der BrĂ€utigam, und auch hier muss ein Gefeilsche stattfinden, allerdings anders herum und dieser Teil geht auch vergleichsweise recht zĂŒgig.

Nachdem das Brautpaar endlich beieinander ist, die FamilienoberhĂ€upter zugestimmt haben (die beiden MĂŒtter dĂŒrfen z.B. gar nicht anwesend sein und die VĂ€ter dĂŒrfen nicht mitverhandeln) folgen noch etliche Reden, Trinkzeremonien, … usw. usf..

Es zieht sich endlos! Wir sitzen wie eingangs erwĂ€hnt seit ca. 18:00 Uhr vor Ort herum, und zwischenzeitlich ist es ca. 03:00 Uhr am Morgen. Kein Witz! Dann gibt es endlich das angekĂŒndigte Festmahl. Da wir von unserer Hochzeitsvariante ausgingen hatten ein paar von uns nichts gegessen und waren damit seit dem Morgen ohne Essen.

Nachdem wir dann gegessen und getrunken hatten ging es mit dem Taxi von Gabriel in unsere WG, die leider am anderen Ende der Stadt ist. So gegen 05:00 Uhr fielen wir erschöpft in die Betten und bedauerten unser wundgesessenes Hinterteil.

SpĂ€ter erfuhren wir dann, dass wir zu frĂŒh gegangen waren. Es gab offenbar weitere dieser traditionellen Zeremonien, Trinkspiele, … nachdem wir gegangen waren.

Tag 2 (10.8.): Erholung und Essenseinladung

Nachdem wir so gut es ging ausgeschlafen hatten (um 9:00 Uhr kamen Handwerker um die defekte Dusche und einen Wasserhahn zu reparieren) begannen wir unseren Erholungstag gemĂŒtlich. Nach einem FrĂŒhstĂŒck erkundeten wir das lokale Wohnviertel und entdeckten zu unserer Freude ein kleines GeschĂ€ft, eine Art Kiosk, in dem es alle Grundnahrungsmittel und GetrĂ€nke gibt, und das außerdem als kleines Lokal dient. Die meisten genossen kamerunisches Bier (schmeckt gut) oder einen Fruchtsaft. Ich hatte leider vom zu viel konsumierten Whisky „etwas“ Kopfweh und einen Kater, da half das Cola besser.

Anmerkung: Diese Kiosk-Kneipe wurde spĂ€ter unser „Stammlokal“ fĂŒr’s FrĂŒhstĂŒck (die Mitreisenden wissen was gemeint ist :-) )

Die einen gingen dann noch weiter spazieren und entdeckten dabei weitere GeschĂ€fte. Irene und ich gingen zurĂŒck, da Irene fĂŒr die Hochzeit einen Kuchen versprochen hatte – ihren berĂŒhmten Nusszopf. Der sah auch prima aus, bis der nagelneue Gasherd seinen Dienst begann. Die Oberhitze brutzelte volle Kanne direkt von oben, die Unterhitze war auch nicht richtig regulierbar und brutzelte von unten, und so war der Zopf oben und unten schnell schwarz, wĂ€hrend in der Mitte alles teigig war. Versuche die Hitze mit zwischengeschobenen Blechen und Töpfen abzuschirmen schlugen leider fehl. Frust und der Beschluss, dass es mit diesem Backofen einfach nicht geht und es den Kuchen somit auch nicht gibt!

GlĂŒcklicherweise besserte sich die Stimmung da wir von Manuellas Familie zum Essen eingeladen waren. Manuellas Bruder William holte uns ab und wir wurden mit großem Hallo begrĂŒĂŸt. Ein anderer Bruder fand großen Gefallen an meiner Kamera und schoss so viele Bilder wie er konnte. Und uns lief, ob der tollen GerĂŒche aus der KĂŒche, zunehmend das Wasser im Mund zusammen. Es gab dann zweierlei Fischsorten, leckerste Kartoffeln, frittierte Bananen, eine total leckere Piment-Erdnuss-Soße die pfeffer- und muskatartig schmeckte. Es war absolut lecker! Nebenher spielten wir die am Tag 1 erlebte Verhandlung mit William nach und priesen dabei die VorzĂŒge unserer WG-Mitbewohnerin Miriam – wir hatten großen Spaß!

William brachte uns mit dem Familienauto dann gut gesĂ€ttigt wieder zurĂŒck. Um Kraft fĂŒr den nĂ€chsten Tag zu schöpfen gingen dort dann alle auch sehr zeitig ins Bett.

Tag 3 (11.8.): Die standesamtliche Hochzeit:

Gut ausgeschlafen hatten wir dann erst einmal ein gemĂŒtliches FrĂŒhstĂŒck. Manuela war beim lokalen GeschĂ€ft unseres Quartiers und hatte frisches Brot geholt das wir dann mit deutscher Marmelade verfeinert vertilgten. Anschließend hĂŒbschten sich alle auf, und zogen vor allem die von einer Schneiderin, vorab auf Maß gefertigten Hochzeitskleider an. Alle GĂ€ste hatten sich im Vorfeld fĂŒr ein Kleidermodell entschieden und alle Modelle waren entweder komplett aus dem von der Braut vorgegebenen Stoff, oder hatten die verschiedensten Applikationen damit.

Es folgte … Warten auf das Taxi von Gabriel. Um 11:00 sollte die Trauung beginnen. Um 10:45 Uhr fanden wir das dann auch in Hinblick auf das kamerunische ZeitverstĂ€ndnis langsam etwas knapp und riefen Sandra die Braut an. Es stellte sich heraus, dass es hier ein MissverstĂ€ndnis gab und Gabriel uns gar nicht abholte. Kurzentschlossen wanderten wir also zur nĂ€chsten Hauptstraße, winkten uns ein leeres Taxi herbei und fuhren fĂŒr 2000,- XAF (der in der CEMAC gĂŒltige Franc) zum BĂŒrgermeisteramt in dem die Trauung stattfand.

Dort angekommen war sofort klar zu welcher der mehreren Hochzeitsgesellschaften wir gehörten. Es hatten ja alle irgendeine Form des einheitlichen Stoffs als Kleidung an. Trotzdem war so gut wie jedes der KleidungsstĂŒcke individuell gestaltet – eine Meisterleistung!

Ansonsten, man ahnt es schon, verzögerte sich der Beginn der Trauung. Allerdings in noch auch fĂŒr EuropĂ€er ertrĂ€glichen Rahmen – zumindest dann wenn man bei der traditionellen Hochzeit schon mal in afrikanische Wartezeiten eingefĂŒhrt wurde :-).

Zu Beginn der Trauungszeremonie war es fĂŒr uns erst einmal sehr ĂŒberraschend, dass der BrĂ€utigam erst einmal ein ErklĂ€rung abgeben musste ob er sich fĂŒr die monogame oder die polygame Ehe entscheidet! What? Wir haben das am Abend im Internet recherchiert und es ist tatsĂ€chlich so – fĂŒr uns unglaublich. Die Entscheidung wurde mit kamerunischen Freudenlauten von der HochzeitsgĂ€sten quittiert. Anschließend war das durchaus mit unseren Trauungen vergleichbar, von den diversen lautstarken Freudensbekundungen und der Unterschriften-Anzahl abgesehen – wobei eigentlich so gut wie niemand etwas verstand, denn an diesem Tag war die Tonanlage defekt. Alle Beteiligten, so ca. 6 Personen, hatten jeweils auf 9 Dokumenten in drei BĂŒchern zu unterzeichnen. Dann ging es ins Freie zu ausgiebigen Fotosessions. Bislang hatte unsere Manuela (die Deutsche), trotz meines leichten Spots, peinlich darauf geachtet, dass sie nicht auf Fotos abgelichtet wird. Bei dieser Fotoflut brachen dann auch bei ihr die Schranken und so ist auch Manuela vermutlich auf annĂ€hernd tausend Fotos, von denen sicher mindestens eins den Weg zu Facebook findet :-).

Der Hochzeitskonvoi, aus Privatautos und diversen Taxis, machte sich dann durch den chaotischen Verkehr zu Sandras Elternhaus auf den Weg. Kleine ErklĂ€rung fĂŒr Deutsche: Ich wĂŒrde mich nicht als klein und schlank bezeichnen, saß aber mit einer hĂŒbschen Kamerunerin und einem ca. 12-jĂ€hrigen Kind, also zu Dritt, auf dem rechten Vordersitz. Auf dem RĂŒcksitz quetschen sich die weiblichen WG-Bewohnerinnen zu Viert. Mit dem Fahrer also acht Personen in einem kleinen Toyota-PKW!

Bei Sandras Eltern erwartete uns dann eine festliche Tafel in Zelten, sowie viele weitere SitzplĂ€tze im Freien. Nach einer erfreulich kurzen Rede des Brautvaters, im wesentlichen dankte er kurz Gott und wĂŒnschte guten Appetit, und einem Gebet wurde das BĂŒfett freigegeben. Wobei die Freigabe nach einzelnen Tischen durch eine Zeremonienmeister erfolgte. „Les blancs“ („die Weißen“, wie wir hier von den Passanten immer genannt werden) waren glĂŒcklicherweise recht frĂŒh an der Reihe, womit wir von allen Leckereien noch ausreichend vorfanden. Auch wieder lecker Essen!

Anmerkung: „Les blancs“ wird hier, auf Grund des mit afrikanischem Akzent gesprochenen Französischs, ungefĂ€hr als „le blang“ ausgesprochen.

Zum Essen, und auch noch danach lief diverse Musik. Ein paar, aber wenige, Kamerunerinnen tanzten zu den Rhythmen. Als wir uns dazu gesellten fand das unter großem Beifall und Begeisterung statt. Es trauten sich nun mehr und es wurde auch wilder. Auf gut Neudeutsch – wir „dancten gut ab“ :-)

Das Brautpaar war dann recht frĂŒh verschwunden, die GĂ€ste lösten sich auch ziemlich schnell auf, und so waren wir nach einer erneut rasanten Taxifahrt wieder relativ frĂŒh zu Hause. Nach einer gemĂŒtlichen Runde im WG-Wohnzimmer gingen wir dann ins Bett, KrĂ€fte fĂŒr Morgen sammeln.

Tag 4: Die kirchliche Hochzeit

Auf die kirchliche Trauung vorgespannt begann der Tag. Nach dem gemeinsamen WG-FrĂŒhstĂŒck folgte der tĂ€gliche Schichtwechsel im Bad, heute unter der Voraussetzung, dass alle natĂŒrlich möglichst festlich u. HĂŒbsch aussehen wollten. Die Zeit war auch ein wenig knapper als sonst, denn 11:00 Uhr ist so fĂŒr eine Deutsch-Kenianische-WG doch recht frĂŒh, wenn man noch die Anfahrt durch den Verkehr von YaoundĂ© berĂŒcksichtigt.

Die Abfahrt war fĂŒr 10:30 Uhr mit Gabriel vereinbart – wobei da schon ein gewisses zu spĂ€t Ankommen mit Absicht berĂŒcksichtigt war. Nun, Gabriel war aber auch um kurz vor 11:00 Uhr noch nicht da :-(. Mal abgesehen davon, dass uns allen gerade die kirchliche Hochzeit doch recht wichtig war, sollte Miriam als Brautjungfer ja auch noch ausreichend vor der Hochzeit da sein. Wir beschlossen also an der Straße mit einem angehaltenen Taxi unser GlĂŒck zu versuchen. Und so wanderten vier „Les blancs“ („die Weißen“, und wir haben uns schon mit dieser Bezeichnung der Einheimischen fĂŒr unseren Tross schon angefreundet) und eine Kenianerin durch die Straßen des Stadtviertels Ahala, in Richtung Hauptstraße wo die Wahrscheinlichkeit fĂŒr Taxis höher ist.

Apropos Kenianerin – das muss ich echt mal erwĂ€hnen. Miriam stammt ja wie schon erwĂ€hnt aus Kenia, ist aber auch dunkelhĂ€utig und wird von den Kamerunern als eine kamerunische Begleiterin von den „Les blancs“ interpretiert. Dementsprechend wenden sich oft Leute an Miriam wenn sie eigentlich uns etwas sagen wollen, oder sich ĂŒber etwas bei uns informieren wollen. Sie texten Miriam voll in französischer Sprache an und wundern sich, dass die sie nur ratlos anschaut oder auf Englisch (2. Sprache in Kenia) antwortet. Gestern, aber man muss wahrscheinlich dabei gewesen sein, erwiderte Miriam dann genervt, in reinstem Hochdeutsch „Ich spreche kein Französisch“ – verdutztes Gesicht bei einem Kamerunern, schallendes GelĂ€chter von unserer Seite!

Noch besser fĂŒr uns war aber diese Taxifahrt – wir fanden nĂ€mlich recht zĂŒgig ein Taxi und der Fahrer sprach fließend Englisch. Miriam wurde von ihm also, nach einem Fehlversuch, in der richtigen Sprache angesprochen. Der Fahrer wollte als erstes wissen „How do you find Cameroun?“. Miriam, die mit uns natĂŒrlich ausschließlich und perfekt Deutsch sprach, antwortet: „Nice, but a lot of Verkehr!“. Wir sind jetzt noch gelegentlich am Lachen :-).

Mit unserem Taxi ging es also zur angeblichen Kirche, der Fahrer war sich sicher, dass er sie kennt. Leider war dort kein Mensch! Dann hatte er verstanden, dass wir zu einer Hochzeit wollen und schimpfte, dass wir das doch gleich hĂ€tten sagen sollen – dann wisse er wo das ist. An der nĂ€chsten Kirche war dann zwar eine Hochzeit, aber nicht die zu der wir eingeladen waren :-). Nun forderten wir ihn auf unserer Kontakte ĂŒber sein Handy anzurufen, denn wir hatten alle kein Guthaben mehr. Nach mehreren Versuchen gelang es ihm ausgerechnet Gabriel an die Leitung zu bekommen – der Taxifahrer der Brautfamilie der uns ja eigentlich abholen sollte. Der beschrieb ihm nicht nur den Weg, sondern offenbar auch, dass er bei uns in Ahala stehe und sauer sei. Nun gut, so treffen dann deutsche PĂŒnktlichkeit (immerhin schon mit 45 Minuten Toleranz), deutsche Konsequenz und kamerunisches ZeitverstĂ€ndnis aufeinander.

Endlich an der Kirche angekommen, hatte diese doch schon eine Weile begonnen. Es war also zu 100% die richtige Entscheidung ein freies Taxi zu nehmen! Wir bekamen aber die Trauung und die anschließende heilige Messe in der katholischen Kirche noch komplett mit. FĂŒr uns, die wir die Andacht, Stille, … deutscher GotteshĂ€user kennen, war es doch sehr erfrischend diese VitalitĂ€t hier zu erleben. Wie man es vielleicht aus Filmen kennt, wird mit einer unglaublichen Inbrunst gesungen, dazu getanzt, mitgesungen, … und eben alles etwas lockerer gehandhabt als bei uns. Das einzige wo ich den Deutschen dann doch nicht ablegen konnte war der Erweiterungsbau. Die flache, offene Kirche, bekommt hinten nĂ€mlich einen Anbau mit Empore. Die Bauarbeiter waren gerade die dabei die Beton-Schalung fĂŒr die nĂ€chste FensterbrĂŒstung zu erstellen – und die kamen keine Sekunde auf die Idee die Arbeiten einzustellen. Und so klangen in Predigt, Trauung, Messe, GesĂ€nge, … und vor allem auch nachhaltig die wuchtigen HammerschlĂ€ge der Arbeiter an, bzw. in unser Ohr. Damit das klar ist – wir reden von Tropenholz, von Hartholz, das waren wirklich HAMMER-SchlĂ€ge. Der Pfarrer fand das jetzt aber nicht sonderlich störend!? Nun gut …

Nach dem ĂŒblichen Stehempfang vor der Kirche, machte sich ein Teil zur Fotosession in die Innenstadt auf, wĂ€hrend die anderen erst mal wieder nach Hause gingen. Wir gingen auch nach Hause und genossen einen recht ruhigen Nachmittag. FĂŒr den Abend war dann das große Hochzeitsevent geplant, und zwar fĂŒr 21:00 Uhr. Sandra rief uns dann noch an, dass wir doch schon um 19:00 Uhr los fahren sollen, damit wir nicht in die lange Warteschlange geraten. Aber wir kennen das mit der Zeit jetzt ja schon ein StĂŒck weit, und beschlossen weiterhin erst auf ca. 21:30 Uhr anzufahren. Gute Entscheidung :-) ! Als wir wieder mit einem Ruftaxi vor Ort eintrafen, waren wir so ziemlich die ersten GĂ€ste und benötigten, als „Les Blancs“ ausnahmsweise auch keine gedruckte Einladung – die hatten wir vergessen.

Die Location war ein großer Ballsaal (der Cercle Bansoa hier bei Facebook), aufwĂ€ndigst geschmĂŒckt, mit Protokollchef, DJ, einer SĂ€ngerin und einem SĂ€nger, Tische die alle mit deutschen StĂ€dtenamen identifizierbar waren (wir saßen am Tisch „Bruchsal“), eingedeckt mit Whisky, Cola, Wasser, Bier, … und vor allem mit einer Sound-Anlage die den ganzen Abend total ĂŒbersteuert & verzerrt den Saal zum Vibrieren brachte (vibrieren ist hier physikalisch gemeint).

So gegen 22:30 bis 23:00 Uhr hatte sich der Saal dann gefĂŒllt und der Protokollchef verkĂŒndete laaaaangatmig, mit blumigen Worten, den abendlichen Ablauf. Zuerst wurde nun das Brautpaar begrĂŒĂŸt, dass bis dahin auch schon so ca. 1,5 bis 2 Stunden im Auto vor dem Ballsaal saß. Es folgte also der Auftritt des Brautpaars das zu kamerunischen Rhythmen die „Piste“, wie die lĂ€ngliche TanzflĂ€che bezeichnet wurde, entlang tanzten. Nach ein paar Worten gab es dann die Eröffnung des BĂŒfetts – wie schon gewohnt tischweise organisiert.

Nach dem Essen, das konstant von der dröhnend ĂŒbersteuerten Anlage beschallt war, wobei die SĂ€nger sehr gut waren, folgten weitere TĂ€nze, u.a. ein Tanzwettbewerb des Brautpaars untereinander, und der Auftritt eines westkamerunischen Traditions-Tanz-Duos. ErwĂ€hnenswert ist dabei, dass man bei Gefallen allen SĂ€ngern bzw. TĂ€nzer/innen Geldscheine auf die schweißnasse Stirn klebt (das war auch schon bei den anderen beiden Hochzeitsteilen so war).

Irgendwann folgte dann die GeschenkĂŒbergabe. Dabei stellt sich das Brautpaar, auf der Stelle tanzend bereit, und alle GĂ€ste tanzen einzeln, möglichst individuell,  ĂŒber die Piste auf das Brautpaar zu, und ĂŒberreichen mit den wildesten Übergaberitualen ihr Geschenk. Auch das dauert, und zwar pro Person :-). Nach Umarmungen wird das Geschenk dann nach hinten weitergereicht, wo die Brautjungfern das dann in einer Kette weitergeben und aufstapeln. Da die Beiden ja auch schon bald wieder nach Deutschland abreisen, bin ich mal gespannt ob sie einen Container mieten oder das alles da lassen – ich tippe auf Letzteres.

Es folgt der Anschnitt der Hochzeits-Torte, ebenfalls mit langem Vorlauf durch den „Chef de Protocol„. Aber egal, danach eröffnet das Brautpaar den Tanz und nach kurzer Zeit werden protokollgemĂ€ĂŸ weitere Paare auf die TanzflĂ€che geladen. Welcher Schreck – irgendwie ist mein Name auf die Liste geraten, na super. Mit den Worten des Protokollchefs „avec une belle et jeune Camerounaise“ bin ich also in der 2. Runde mit dabei. Danach löst sich das fĂŒr mich glĂŒcklicherweise auf weil wir durch einen Musikwechsel von Klassik in den kamerunischen Freestyle ĂŒbergehen – das kann ich einigermaßen – und nun vor allem alle mitmachen „dĂŒrfen“ :-).

Nach etlichen Tanzrunden, und mit Verlaub klatschnass, verlassen wir dann die „Piste“ und nachdem die GetrĂ€nke an unserem Tisch aufgebraucht sind, wir ohnehin schon eine Stunde lĂ€nger geblieben sind als geplant, geht es um 3:00 Uhr nach Hause.

Tag 5 (13.8.): Yaoundé nach Bagangte (Westkamerun)

Die Familie von Manuella hatte uns beim dortigen Abendessen (siehe Tag 2) auch in ihr „Dorf“ in Westkamerun eingeladen. Ob das klappt war damals noch unklar, weil Sandra GaĂ«lle und StĂ©phane ja auch Planungen gemacht hatten – so war es zumindest zugesagt worden. FĂŒr Sandra GaĂ«lle war das aber erst mal ok und sie wollte einen Tag spĂ€ter nachkommen. Wir fanden das auch sinnvoll, den die beiden haben nun wirklich viele sehr stressige Tage hinter sich und sollten vielleicht auch ein paar Tage mit der Familie verbringen anstatt mit uns durch das Land zu reisen.

Manuellas Mutter hatte es dann tatsĂ€chlich, wenn auch offenbar mit sehr hohem Aufwand und Engagement geschafft ein gerĂ€umiges Auto mit Fahrer zu organisieren. Offiziell gab es fĂŒr dieses Wochenende in ganz Kamerun keinen Mietwagen mehr! Wir haben somit so eine Ahnung was sie gemacht haben muss, wissen es aber nicht sicher. Auf jeden Fall auch hier ein dickes Danke an Solange, die Mutter von Manuella.

Kurz vor 12:00 Uhr ging es dann fĂŒr los, fĂŒr uns erst mal mit unbekanntem Ziel, denn außer „Dorf in Westkamerun“ wussten wir erst mal nichts. Das Auto war ein großer GelĂ€ndewagen vom Typ „sieht fett aus“ und hat dann hinten doch zu kleine Sitze. Aber trotzdem war das ein Riesenluxus im Vergleich zu den Taxis in Toyota-Yaris-GrĂ¶ĂŸe, in den wir immer mindestens zu sechst waren (mit dem Fahrer), einmal auch zu acht. Auch der Fahrer machte einen netten Eindruck, und so quĂ€len wir uns also Stadt-auswĂ€rts. Noch schnell ein Bier im Casino-Supermarkt und beim Fahren erfahren wir dann, dass es nach BagangtĂ© geht – also einem Dorf mit ca. 100.000 Einwohnern, einer namhaften UniversitĂ€t, …!

Nachdem wir das Chaos der Hauptstadt hinter uns gelassen haben, fahren wir auf der Nationalstraße Nr. 1 unserem Ziel entgegen und sehen Mango-BĂ€ume, Bananenstauden, junge Kakaopflanzen … und vieles was wir nicht kennen. Irgendwie erinnerte mich der Teil bzgl. Vegetation, auch was die HĂ€user angeht, an Java in Indonesien. Nach vielen Kilometern wandelt sich die Landschaft. Waldartig, mit hohen EinzelbĂ€umen die sich oben verzweigen und quasi ein waagrechtes Dach aufspannen, geht es weiter, bis es spĂ€ter eher in einzelne kleine BĂ€ume mit Grasland dazwischen ĂŒbergeht. Nach einer kurzen Rast, ca. 40km vor BagangtĂ©, erreichen wir dann das Ziel. Allerdings noch mit ein paar Schreckminuten, denn das Auto von Manuelas Familie muss wegen fehlendem KĂŒhlwasser eine Zwangspause einlegen.

Das Haus von Manuelas Oma ist von hohen Mauern umgeben und hat ein großes Eingangstor das mit StahlflĂŒgeln verschlossen ist. Nachdem unser Fahrer gehupt hat, wird es von innen geöffnet und wir fahren in einen gerĂ€umigen Hof in dem gleich mehrere Autos Platz haben und sehen ein langes Wohnhaus. Wir werden von der alten Dame und einer Tante von Manuela herzlichst empfangen! William zeigt mir gleich den Schweinestall, der zu seiner großen EnttĂ€uschung allerdings abgeschlossen ist – der Bedienstete hat den SchlĂŒssel mit nach Hause genommen. Bediensteter, aha, irgendwie sind wir hier bei jemand wohlhabenderem gelandet! Und im Inneren mĂŒssen wir die Schuhe nicht ausziehen, da die HaushĂ€lterin das Morgen ohnehin putzt. Okay … , das hört sich doch schon mal alles prima an.

Flugs werden die Zimmer, bzw. Schlafstellen verteilt. Vermutlich weil Irene und ich das einzige Paar sind, wird uns allen Ernstes das Schlafzimmer der alten Dame zugewiesen – die wĂŒrde dann im Bett der Tochter schlafen. Wir weigern uns natĂŒrlich das anzunehmen, zumindest so lange bis uns Manuella ernsthaft versichert wir wĂŒrden ihre Oma beleidigen wenn wir das nicht machen wĂŒrden. Die Oma packt also noch das Ladekabel ihres Samsung-Smartphones(!!!), wir bekommen das Zimmer mit eigenem Bad gezeigt, und schon ist es unseres. Noch etwas beklommen richten wir uns ein. Die Habe der alten Dame, zumindest ein Teil davon, ist in drei herrlich alten, großen Reise-Schrankkoffern, die wir so eigentlich nur aus alten Filmen kennen, verstaut.

Im Lauf des restlichen Abends lernen wir mehr ĂŒber die beiden, bzw. drei Damen, denn eine weitere Tante von Manuela kam dazu. Die alte Dame thront, mit 2 Smartphones und 2 Fernbedienungen, in ihrem Sessel und telefoniert hĂ€ufig mit irgendwelchen Verwandten, … erkundigt sich und gibt Anweisungen. Sie hatte frĂŒher wohl einen Zementvertrieb fĂŒr die Region, hat heute noch etliche GeschĂ€fte in der Stadt, … eine richtige Unternehmerin. Ihre eine Tochter, die Tante von Manuela, ist nach einer Tumoroperation offenbar schon seit vielen Jahren nur noch im Haus tĂ€tig, ist aber total aufgeschlossen, und hat vor etlichen Jahren ein BTS-Diplom (Brevet Technician Superieur) in Informationstechnik abgelegt. Sie erzĂ€hlt, dass sie damals COBOL, BASIC und weitere Programmiersprachen gelernt habe und darin auch gearbeitet hat. Seit der Operation wĂ€re sie dazu aber nicht mehr in der Lage. Ich bin tief beeindruckt, zumal alle bestĂ€tigen, dass sie frĂŒher voll fit und hochintelligent war!

Gruppenbild bei Manuelas Oma
Gruppenbild bei Manuelas Oma

Wir genießen einen herrlichen Abend mit den beiden wirklich großartigen Damen, und gehen relativ spĂ€t ins Bett – wir in unsere oben beschriebene Suite, die anderen in ihr 6 Bett Zimmer mit Stockbett. Was bin ich froh, dass wir das Angebot der alten Dame annehmen mussten.

Tag 6 (14.8.): Familienfeier und Chefferie de Bandjoun

Zum Begriff „Chefferie“ siehe hier auf Wikipedia.

Unser Tag beginnt mit einem prima FrĂŒhstĂŒck – es gibt neben unserem gewohnten Baguette mit Kaffee und Tee, dieses Mal auch angebratenes Ei. Extra fĂŒr uns wurde auch Milchpulver gekauft, damit wir die gewohnte Milch in unserem Kaffee haben.

Nach ein paar GesprĂ€chen geht es dann, wie vorab angeboten, mit zur Familienfeier der Sippe von Manuelas Mutter. Unser aktuelles Domizil in BagangtĂ© gehört zur vĂ€terlichen Seite. Nach kurzer Fahrt zweigen wir in einen Feldweg ab, dann in noch einen kleineren und sind nach kurzer Irrfahrt, vor einer der einzeln verstreuten HĂŒtten die aus Holz und Lehm gebaut werden, an unserem Ziel angekommen. Wir erfahren, dass dies die HĂŒtte ist in der vor drei Generationen die Familie ihren Ausgangspunkt hatte. Die zwischenzeitlich sehr große und weitverzweigte Familie trifft sich hier einmal pro Jahr, wer kommen kann und will reist an. In zwei Reihen sitzen im Halbrund die Anwesenden vor den offenbar Älteren der Familie, u.a. dem derzeitigen Familienoberhaupt.

Familienvorstand bei Manuelas Familienfeier
Familienvorstand bei Manuelas Familienfeier

WĂ€hrend man noch auf NachzĂŒgler wartet (wir waren dieses Mal zwar rechtzeitig, aber nicht zu frĂŒh anwesend), wird ein wenig Geld fĂŒr die Organisation der Feier, fĂŒr einen Ă€lteren Verwandten der eine Operation hatte und fĂŒr einen Zweck der mir entfallen ist, getrennt auf drei Tellern gesammelt. Manuela bringt zusĂ€tzlich fĂŒr die anwesende Verwandtschaft einen großen Sack mit Reis mit, ein nicht Anwesender der in Europa ist hat auch einen Sack mit Mitbringseln geschickt, und dann geht die Zusammenkunft langsam los. Nach einer BegrĂŒĂŸung und einer kleinen Rede geht es ziemlich schnell zum Essen ĂŒber. Es gibt einen großen Topf in dem ein Lamm mit Kochbananen gekocht wurde, zubereitetes Maniok, Pistache und neben Palmwein auch Bier und weitere GetrĂ€nke. FĂŒr uns EuropĂ€er besonders staunenswert der Kopf des Lamms.

Nachdem wir in der wundervollen Umgebung noch diverse Landschafts-Fotos gemacht hatten, ging es zu einem Haus der Familie um dort weiter zu feiern. Wir haben uns dann aber mit unserem Fahrer zur Chefferie de Bandjoun aufgemacht.

Chefferie de Bandjoun
Chefferie de Bandjoun

 

Es gibt viele dieser Chefferien, diese ist offenbar aber die grĂ¶ĂŸte und schönste in Kamerun. Nachdem wir die Eintritts-Tickets gelöst hatten, ging es zuerst in das angeschlossene Museum. Unser FĂŒhrer erlĂ€uterte uns dabei die AusstellungsstĂŒcke, aber auf RĂŒckfrage auch die Bedeutung eines Chefs, einer Chefferie und gab uns einen Einblick in das System. Nach unserem VerstĂ€ndnis, ohne GewĂ€hr der Richtigkeit, ist das eine Mischung aus Grundbesitzer und einer Art Adeliger der auch Titel verleihen kann. Nach allem was erzĂ€hlt wurde, wĂŒrde ich das am ehesten mit einer Art Grafschaft bei uns vergleichen. Der „Chef“ der Chefferie in Bandjoun hat aber sogar in der modernen Welt eine Funktion, er ist Senator von Kamerun. Anschließend wurden wir noch durch einen großen Rundbau gefĂŒhrt, der nach einem Brand durch aktuelle große KĂŒnstler von Kamerun wieder neu aufgebaut wurde. Insbesondere die durch Flechtwerk verzierte BambushĂŒlle und die geschnitzten SĂ€ulen waren beeindruckend.

Den Tag selbst ließen wir dann erst mal in einer BĂ€ckerei mit angeschlossener Kneipe ausklingen. Unseren Fahrer hat es dann beim Anblick unserer Nahrungsmittel-Kombination irgendwie etwas geschaudert. Dabei ist Baguette mit Banane und Nutella (zumindest etwas vergleichbares) doch so lecker. Aber insbesondere Baguette und Banane, das ging fĂŒr ihn ĂŒberhaupt nicht zusammen. Nachdem noch die Familie von Manuela zu uns gestoßen war, gingen wir mit einer Flasche Wein wieder ins Haus von Manuelas Oma. Der Wein sollte u.a. Miriam helfen, die schon einen guten Tag mit Halsweh zugange war. Der Oma und der Tante schmeckte der Cabernet Sauvignon aber auch prima.

Tag 7 (15.8.): Foumban und RĂŒckkehr nach YaoundĂ©

Bereits am Vortag hatten wir beschlossen an diesem Tag frĂŒh in Richtung Foumban, und wenn es zeitlich noch reicht nach aufzubrechen.

Foumban ist eine Stadt im westlichen Kamerun mit ca. 113.100 Einwohnern (2001). Sie ist das historische, politische, religiöse und kulturelle Zentrum des Volkes der Bamum und traditionelle Hauptstadt des Königreiches Bamum, des sĂŒdlichsten Sultanats Kameruns. Außerdem ist sie die administrative Hauptstadt des heutigen DĂ©partements Noun.

Die Stadt beherbergt den im 19. Jahrhundert von König Njoya errichteten Sultanspalast, welcher sich architektonisch an norddeutscher Backsteinbauweise orientiert. Der König ließ den Palast nach dem Vorbild deutscher Postkarten konstruieren, welche ihm ein Expeditionstrupp des deutschen MilitĂ€rs mitgebracht hatte. Der Palast fungiert bis heute als Sitz des Sultans und Königs in einer Person. Ferner beherbergt er das historische Museum des Bamun-Volkes, in dem zahlreiche traditionelle Trachten, Waffen und Möbel ausgestellt werden.

Quelle: siehe diesen Wikipedia-Eintrag.

Sultanspalast in Foumban
Sultanspalast in Foumban

Vom Palast aus geht es quer ĂŒber den Markt zum Tam-Tam-Museum, wie man vermutet geht es um Trommeln. Im konkreten Fall um eine große, aus einem einzigen Baoba-Stamm gefertigte Kriegstrommel.

Außerdem erreicht man so auch die Moschee von Foumban, die uns aber im Gegensatz zu den Moscheen in Bangladesch nicht so sehr beeindruckte. Wir verzichteten u.a. deshalb auch auf die 2000,- XFA teure Besteigung des Minaretts.

Zumindest fĂŒr meine vier Begleiterinnen war der Besuch des Markts viel interessanter! Leider konnte niemand eine passenden Kleiderstoff finden, dafĂŒr Seife, Cola-NĂŒsse, … .

UrsprĂŒnglich wollten wir dann noch nach Dschang in das dortige Museum. Es war klar, dass das zeitlich ziemlich ambitioniert war, und unser Fahrer erlĂ€uterte uns noch, dass sich das Museum nicht groß von dem in Foumban unterscheidet. Außerdem hatten zwei von uns nur eine Fotokopie des Reisepasses dabei, die aber nicht beglaubigt war. Unser Fahrer erlĂ€uterte, dass insbesondere Nachts dann gehĂ€uft Kontrollen stattfinden, diese Fotokopien so nicht akzeptiert werden, und das ganze neben einem erheblichen Zeitverlust auch eine hohe Strafe erwarten lĂ€sst. Somit beschlossen wir lieber zuerst Mittagessen zu gehen und uns dann auf dem Heimweg nach YaoundĂ© zu machen.

In der Tat gab es dann, als wir doch noch ca. 1,5 Stunden in die Nacht gerieten, etliche Kontrollen. Unser Fahrer schaffte es aber, immer ohne wirklich angehalten zu werden, diese zu passieren. Wir hatten immer das GlĂŒck, dass das Fahrzeug vor uns schon herausgezogen wurde und wir nur mit verringerter Geschwindigkeit auf der Überholspur vorbei fuhren. Als der letzte Kontrollpunkt geschafft war, war auch unserem Fahrer die Erleichterung anzumerken.

Zu Hause ging es dann geduscht und erschöpft ins Bett.

Tag 8 (16.8.): Regeneration

Ich hatte noch nicht erwÀhnt, dass die Bamiléké, der Bevölkerungsteil zu dem z.B. auch das obige Bandjoun gehört, keine 7- sondern eine 8-Tage-Woche hat. Quasi in Anlehnung daran, quasi als 8. Tag der Woche, haben wir den heutigen Tag fast vollstÀndig zur Regeneration verwendet. Im Endeffekt lief das auf Lesen, nichts tun, Essen und Trinken, sowie die ErgÀnzung dieses Reiseberichts hinaus.

Im Laufe des spĂ€teren Vormittags kam auch Sandra GaĂ«lle vorbei. Wir erfuhren, dass wir bei der Vermieterin unserer WG-Wohnung, Hermine (die auch eine Verwandte von StĂ©phane ist), zum Essen eingeladen sind. Vorher wĂŒrde die Schneiderin noch vorbeischauen weil die weiblichen WG-ler noch NĂ€hauftrĂ€ge haben. Essen sollte dann so gegen 14:30 Uhr sein! Meine spontane Reaktion war, dass wir dann um 17:30 Uhr kommen, was unterschiedlich aufgenommen wurde. Ich nehme den Teil mal vorweg – ich hĂ€tte einen hohen Geldbetrag verwetten sollen, denn ich hatte mich nur um 3 Minuten verschĂ€tzt :-).

Es kam also wie gesagt die Schneiderin, und vier Frauen diskutierten und erlĂ€uterten die jeweiligen KleiderwĂŒnsche. Die eine ist dabei schnell fertig, die andere braucht „etwas“ lĂ€nger, und dazwischen sind die anderen. Weiter lehne ich mich bei einem öffentlichen Bericht nicht aus dem Fenster :-)

Um 17:33 Uhr waren wir dann bei Frau Hermine, einer Juristin, zum Abendessen. Sie wohnt nicht weit von unserer WG-Wohnung in Ahala entfernt. Es war ein sehr gutes, nettes und gemĂŒtliches Beisamensein, mit leckerem Essen.

Im Anschluss ging es noch in einen nahe gelegenen Stadtteil, hier hat ein Verwandter von StĂ©phane ein GeschĂ€ft in dem er italienisches Eis verkauft. Unter BerĂŒcksichtigung der Beschaffungsschwierigkeiten bzw. -Unmöglichkeiten, fĂŒr die Originalzutaten wie Sahne oder Pistazien, war das Eis gut und in Afrika unerwartet.

Nach der ĂŒblichen Taxi-RĂŒckfahrt, und einer wie immer sehr fröhlichen WG-Runde, in der wir auf den Tag mit allen Hochs und Tiefs zurĂŒckblickten, ging es wieder ins Heia.

Tag 9 (17.8.): La Briqueterie

Schon Gestern hatten wir beschlossen den einzigen Stadtteil von YaoundĂ© zu besuchen der mehrheitlich von Muslimen bewohnt wird. Der Stadtteil gehört zu den Ă€rmeren Vierteln und der ReisefĂŒhrer warnt schon vor den dortigen Taschendieben. Internet-BeitrĂ€ge, vornehmlich auf Französisch, warnen explizit vor diesem Stadtteil. Insofern blieb alles Wertvolle, inklusive Papiere, im Haus zurĂŒck. Auch hier schon vorweg das Fazit: Wir haben uns zumindest in den von uns besuchten Straßen keinen Moment unwohl gefĂŒhlt, und es kam uns auch nichts weg – andererseits waren wir natĂŒrlich auch entsprechend vorsichtig unterwegs.

Klar war im Vorfeld, dass es sich neben dem Sightseeing primĂ€r um eine Shoping-Tour fĂŒr Stoffe und den Konsum der dort legendĂ€ren Fleischspieße handelt. Normalerweise hĂ€tte ich da ja persönlich den nĂ€chsten Relax-Tag eingelegt, aber angesichts der vielen Warnungen kam der BeschĂŒtzerinstinkt durch, und ich begab mich mit auf diese Tour. Wie schon gewohnt ging es mit einem Taxi an den Anfang des Stadtteils 
 und direkt in den ersten Stoffladen. Sorry, ich habe die Anzahl der StofflĂ€den beim Hin- und RĂŒckweg dann irgendwann nicht mehr gezĂ€hlt, aber es waren ganz schön viele.

In der Halbzeit der Tour wurden dann die Fleischspieße probiert. Damit das Mittagessen bestreiten wollte aber niemand, und somit wurde dann ein Restaurant gesucht. Als schon beschlossen war ein solches auf dem zentralen Markt zu besuchen (da kannten wir ja schon eines), erspĂ€hte ich im 1. Stock eines Hauses eine nette Restaurant-Terasse mit Markisen. Schon von unten erinnerte mich das irgendwie an den Film „Casablanca“, was sich fĂŒr mich auch Innen fortsetzte. Wir genossen das nette Restaurant und den Ausblick von der Terasse auf die belebte und wuselige Straße. Mein Essen schmeckte vorzĂŒglich, und da Manuela nur ca. 1/4 ihres Tellers schaffte kam ich quasi in den Genuss eines fast vollstĂ€ndigen zweiten Tellers (die letzten Bissen gingen dann nur mit Gewalt runter – aber manchmal muss man sich eben quĂ€len).

Der RĂŒckweg brachte wie gesagt noch etliche StofflĂ€den, aber auch eine nĂ€here Betrachtung einer Blechkisten-Manufaktur. Es handelte sich um grĂ¶ĂŸere Blechkisten wie man sie auch bei uns im Baumarkt bekommt, z.B. als Stauraum fĂŒr grĂ¶ĂŸere Werkzeuge. Hier wurden die Einzelteile aber von ca. 15 MĂ€nnern von Hand aus dem vollen Blech heraus getrennt, die ganzen Falzen fĂŒr die Versteifung oder den Rand der Teile mit dem Hammer in das Blech getrieben und das Ganze zusammengebaut und lackiert. Ein ordentlicher LĂ€rm. Und wie so oft konnten wir uns mit einem der MĂ€nner unterhalten da er einigermaßen Deutsch sprach.

Fazit: Entgegen meinen ursprĂŒnglichen Erwartungen lohnt sich der Besuch des Stadtteils (zumindest wenn man mein Casablanca-Restaurant findet).

Nachdem meine Mitbewohnerinnen in der Wohnung die Tagesbeute ausfĂŒhrlich begutachtet hatten ging es in unsere Stammkneipe – so nannten wir das zwischenzeitlich – den Allround-Kiosk ein paar StraßenzĂŒge entfernt. Dort ließen wir den Abend ausklingen und den Tag Revue passieren. Heute kamen wir dann aber noch einmal in nĂ€heren Kontakt mit der Tochter der Kioskbesitzerin. Sie spricht prima Deutsch womit auch eine flĂŒssige Unterhaltung möglich war. Wie so viele KamerunInnern teilt sie die Hoffnung auf ein Weiterkommen via Deutschland. Sie will in Siegen studieren und hat schon eine Zulassung fĂŒr den dortigen Vorkurs in Deutsch. Unter anderem unterhielten wir uns auch ĂŒber die viel zu hohen Erwartungen die hierzulande an Deutschland existieren. Wir haben noch versucht ihre Vorstellungen von Deutschland auf ein realistischeres Niveau zu bekommen, aber in wie weit uns das gelungen ist wissen wir natĂŒrlich nicht.

Anmerkung: Es ist unglaublich wie viele junge Leute, manchmal auch Ältere, hier in Kamerun Deutsch beherrschen. Und mit „beherrschen“ meine ich, dass die das wirklich können. Und sich auch trauen es zu sprechen – obwohl man meist der erste Deutsche ist den sie in der freien Wildbahn antreffen. Das ist das kein Gestammel, sondern das sind vollwertige Unterhaltungen. Grund ist bei den meisten, dass sie Deutschland als Ziel haben, dort studieren oder arbeiten wollen, … . Es schmerzt zu wissen, dass es nur einem ganz winzigen Teil von ihnen gelingen wird. Andere die wir getroffen haben, haben diesen „Traum“ schon gelebt … und sind mangels Arbeit wieder da. So z.B. Sylvain, ein ganz netter Mann der im Haus gegenĂŒber als Tagelöhner auf der Baustelle eines Hauses arbeitet. Er war vor ca. 15 Jahren in Deutschland, hat dort eine Maurerlehre gemacht und abgeschlossen. Blöderweise gab es 2004 in der Baubranche dann keine Arbeit, und so ist er nun wieder hier.

Tag 10 (18.8.): Nationalpark Mfou und Pirogenfahrt

Anmerkung: Mfou wird offenbar gelegentlich auch als Mefou geschrieben. Gemeint ist jedoch der gleiche Ort.

Bereits relativ frĂŒh ging es an diesem Tag mit William (dem Bruder der kamerunischen Manuella) von YaoundĂ© in den SĂŒden. Da Ahala schon im SĂŒden von YaoundĂ© liegt, war das Verlassen der Stadt somit wesentlich verkĂŒrzt. Erstes Ziel war der Nationalpark von Mfou. Nach der Ankunft in der Ortschaft ließ sich William von einem Motorad-Taxi den Weg zum Nationalpark zeigen. Das war die schlimmste Piste die man unter grĂ¶ĂŸter Anstrengung noch mit einem normalen PKW machen kann, und das auf einer Strecke von ca. 20km. Der im ReisefĂŒhrer beschriebene Weg ist somit definitiv besser, er hat nur 6km und ist, wie wir auf der RĂŒckfahrt feststellen konnten, auch in einem besseren Zustand.

Der Park selbst (apeactionafrica.org) beherbergt die unterschiedlichsten Arten von Affen. Es handelt sich um Affen die ursprĂŒnglich von Einheimischen als Bushmeat (Tiere aus der freien Wildbahn die am Straßenrand als Essen angeboten werden) gefangen wurden, aus privater Tierhaltung befreit wurden, krank gefunden wurden, 
 . Die imposantesten sind natĂŒrlich die Gorillas, aber neben den auch netten Schimpansen gibt es etliche weitere Affenarten aus den unterschiedlichsten Teilen von Kamerun. Neben einheimischen Mitarbeitern gibt es auch eine ordentliche Anzahl an Freiwilligen aus Europa, Australien, 
 die hier eine Zeit lang mitarbeiten und gleichzeitig die Anlage durch das Bezahlen ihres Aufenthalts unterstĂŒtzen – Respekt! Ein FĂŒhrer erlĂ€utert die weitlĂ€ufige Anlage und den Umgang mit den Tieren. Ziel ist die Auswilderung. Der Eintritt von ca. 10,- € ist hier mal absolut gerechtfertigt.

Über den im ReisefĂŒhrer beschriebenen Weg (es nehme nach Möglichkeit niemand den anderen) machten wir uns von diesem Sanctuary dann auf den Weg nach Ebogo am Nyong-Fluss. Auf diesem Abschnitt der Fahrt machten wir noch die Bekanntschaft mit der kamerunischen Polizei. Die haben immer mal wieder Straßensperren und wir wurden herausgezogen – laut William einzig und allein weil die schon von Weitem den Weißen auf dem Beifahrersitz gesehen hatten. Langatmig, herablassend belehrend wurde in einem immer lĂ€ngeren GesprĂ€ch ein Fehler nach dem anderen aufgezĂ€hlt und demonstrativ im Strafkatalog aufgezeigt und uns unter die Nase gehalten. So hatte William z.B. den Sicherheitsgurt nicht angelegt und wir hatten eine Person zu viel im Auto – gleichzeitig fuhr ein ĂŒberladenes Auto nach dem anderen an uns vorbei und grĂŒĂŸte den „Polizisten“. So weit ich das verstanden habe wurde William unterstellt, dass er die Tour kommerziell macht, dafĂŒr gar keine Zulassung hat. Ob der ganzen UmstĂ€nde habe er keine Versicherung fĂŒr das Auto. Der FĂŒhrerschein solle einbehalten werden. Irgendwann raunte mir William zu ich solle ihm Geld geben. Ich verstand den Betrag unter diesen UmstĂ€nden leider falsch, hĂ€tte aber auch nur einen 10.000 XAF-Schein gehabt. Wie schnell sich die Hand des feisten Polizisten, der mit Sonnenbrille nach dem Vorbild aus amerikanischen Filmen ausgestattet war, in das Auto bewegte, sich als Faust um den 10.000-er schloss und wieder verschwand, kann man sich fast nicht vorstellen. Genauso schnell folgte eine Geste zur Weiterfahrt, William stöhnte kurz auf und sagte „ich wollte 5.000“, und weiter ging die Fahrt. Korruption und Wegelagerei sind nur ein paar Begriffe die uns spontan zu diesem Banditentum einfielen – kein Wunder hĂ€lt Kamerun den Platz 145 von 176 gelisteten LĂ€ndern im Korruptionsindex 2016 von Transparency International . Als Deutscher ist das einfach außerhalb jeder Vorstellungskraft. Schade fĂŒr Kamerun.

Auf dem weiteren Weg nach Ebogo kehrten wir noch in ein gutes Lokal zum Mittagessen ein – es gab u.a. saure Nieren, Fisch, frittierte Bananen, Reis. Wie immer lecker!

In Ebogo angekommen, fanden wir eine eine nette und saubere Anlage aus einzelnen Lodges (die man mieten kann), an einem Abhang zum Nyong vor. Der selbst ist ca. 100m breit und fließt gemĂ€chlich, idyllisch durch den Wald. Mit Pirogen (kleine schlanke Paddelboote die aus als Einbaum aus einem Baumstamm gearbeitet sind) kann man eine Flusstour machen (20.000 XAF). Bernadette und ich verzichteten, die Anderen machten sich mit zwei dieser Pirogen fĂŒr gute 1,5 Stunden auf den Weg. Neben der generell schönen Tour, wurde anschließend speziell vom grĂ¶ĂŸten Baum der Region (lt. ReisefĂŒhrer mit 12m Durchmesser) berichtet. Es muss wohl wirklich ein sehr imposantes Teil sein!

Der RĂŒckweg war dann ohne nennenswerte Ereignisse. Da wir aber den gleichen Weg zurĂŒck mussten, erwarteten wir allerdings jeden Moment wieder die wegelagernden Banditen, die hier auch als Polizei bezeichnet werden und das (zumindest offiziell) auch sind.

Tag 11 (19.8.): Hochzeit von Manuella, Teil-Abreise

Um MissverstÀndnissen vorzubeugen: Geheiratet hat unsere kamerunische Freundin Manuella, nicht die deutsche WG-Mitbewohnerin Manuela :-).

Trotzdem kam diese Hochzeit fĂŒr Alle doch sehr ĂŒberraschend. Im Endeffekt wurde sie von den beteiligten Familien am Mittwoch vereinbart, dann wurde versucht einen Hochzeitstermin im BĂŒrgermeisteramt zu bekommen, und am heutigen Samstag ist es bereits so weit. Unverhofft kommen wir also nicht nur zu einer Hochzeit, sondern gleich zu zwei Hochzeiten.

Manuela, die bislang eigentlich durch genaue Zeitangaben geglĂ€nzt hat, sagte uns die Hochzeit wĂŒrde um 9:00 Uhr beginnen. Wir also um ca. 7:40 Uhr los, damit wir rechtzeitig da sind und vorher vor Ort auch noch FrĂŒhstĂŒcken können. Zum FrĂŒhstĂŒck gab es dann die lokalen Beignets, die immer frisch frittiert verkauft werden und megalecker sind. Dann ab zum Standesamt. Tja … kamerunische Zeitfalle! Wir sind also immer noch AnfĂ€nger. Die Hochzeit war nĂ€mlich erst fĂŒr 10:00 Uhr angesetzt. Da konnte sie aber auch nicht stattfinden, weil die anderen beiden Brautpaare (es wurden drei auf einmal getraut) noch nicht da waren – eine der BrĂ€ute war z.B. noch beim Machen der FingernĂ€gel. Das Standesamt hat aber wenigstens zwischenzeitlich Geldstrafen fĂŒr das zu spĂ€te erscheinen verhĂ€ngt. Als das dann alles ausdiskutiert war, das eine Paar wollte nĂ€mlich nicht zahlen, ging es um ca. 11:00 Uhr dann endlich los.

Im Gegensatz zu Sandra GaĂ«lles Hochzeit war dieses Mal die Tonanlage in Ordnung. Somit war ich in der Lage den Worten des trauenden BĂŒrgermeisters so einigermaßen zu folgen (irgendwann mĂŒsste ich mal wieder Vokabeln lernen :-( ). Das was ich aber verstanden habe, hat mich erneut aus der Fassung gebracht. Die Frage und Entscheidung nach Poly- versus Monogamie kannte ich ja schon. Aber nun verstand ich auch die offiziellen Regeln die der Trauung zugrunde liegen, die wurden nĂ€mlich im Anschluss an diese Frage verlesen. Im Endeffekt lĂ€uft das erst mal auf eine fĂŒr uns ziemlich antiquierte, patriarchalische Rollenverteilung hinaus. Die Frau ist fĂŒr das Haus, den Haushalt, die Kindererziehung, … zustĂ€ndig und hat dem Mann zu gehorchen (mal als Auszug). Es wird aber auch offiziell, als einer von drei wichtigen Punkten, vor ĂŒber hundert Anwesenden, und ganz offiziell angesprochen, dass die Frau dem Mann jederzeit fĂŒr den Beischlaf zur VerfĂŒgung zu stehen hat, ob Sie gerade in der KĂŒche ist, unter der Dusche, … oder sonst wo (das wurde wirklich ausgesprochen). Das findet dann nicht nur die Zustimmung der anwesenden Herren, nein, auch die anwesenden Damen kennen die relevanten Passagen des Texts auswendig, und stimmen laut mit ein. Ein Freund, dessen Tochter mit einem Kameruner verheiratet ist, hat mir das bestĂ€tigt und sagt das gehe noch auf den Code NapolĂ©on zurĂŒck (von 1804).

Im Anschluss an die Trauung fand die auch bei uns ĂŒbliche Fotosession statt und es ging dann in ein Restaurant / einen Club. Dort wartete bereits ein sehr schönes Buffet auf uns. Nach einem gemĂŒtlichen Essen, mit viel Lachen und GesprĂ€chen, war diese Hochzeit dann vorbei und wir machten uns auf den Heimweg.

FĂŒr (die deutsche) Manuela, fĂŒr Miriam und fĂŒr Bernadette war das nĂ€mlich der letzte Tag in Kamerun. In der Nacht, um 0:25 Uhr, geht der Turkish Airlines Flug nach Istanbul ab. So stand also erst mal packen auf dem Programm. Ein abschließender Besuch unserer „Stammkneipe“ beschloss den Aufenthalt.

WĂ€hrend die Drei so ca. um 21:00 Uhr zum Flughafen nach Nsimalen aufbrachen, verbrachten Irene und ich noch einen gemĂŒtlichen Abend und machten uns dann zum Schlafen auf.

Tag 12 (20.8.): Faulenzen

Die Überschrift sagt schon alles. Bernadette hatte fĂŒr Irene ein Buch da gelassen, dass die in einem Rutsch bis spĂ€t in der Nacht durch las. Ich brachte z.B. de Blog „up to date“ und hatte dann meinen Kindle zum Lesen fĂŒr mich. Also saßen jetzt nur noch zwei „Les blancs“ im Beton-Innenhof und genossen einfach den Tag.

Am spĂ€teren Nachmittag gingen wir dann zum Essen an einen Kiosk der von einem Senegalesen betrieben wird. Es war wie schon beim letzten Mal sehr lecker und der junge Mann, der den Kiosk betreibt, sprach lange mit uns. Er war schon in diversen LĂ€ndern, hat ĂŒberall dazu gelernt, und betreibt mit dem Kochwissen das er bei einem Franzosen gelernt hat nun sein BĂŒdchen. Er hat hier wohl mit Sandalen-Verkauf begonnen, hatte binnen eines Jahres das Geld fĂŒr den Kiosk – der ĂŒbrigens gegenĂŒber einer Schule ist – und sagt das lĂ€uft prima, er könne gut leben. Offenbar sind viele der wohlhabenden GeschĂ€ftsleute und Hausbesitzer in der Innenstadt alle Senegalesen.

Den Abend verbrachten wir wieder lesend. Bei mir begann dann ein Rumoren im Magen und den GedÀrmen. Nachdem ich mich hingelegt hatte ging es dann los. Den ganzen Abend und noch die halbe Nacht folgte ich den strickten und nicht diskutierbaren Entschlackungs-Richtlinien einer ausgewachsenen Diarrhö.

Tag 13 (21.8.): Armes HĂ€slein bist Du krank …

Den ganzen Tag zur Sicherheit bis zum Abend erst mal nichts gegessen. Nur getrunken – und am Morgen schon versucht ob das Wasser zwischenzeitlich wieder drin bleibt. Blieb es – also die tĂ€gliche Malaria-Prophylaxe Malarone eingeworfen (by the way: das sind jedes Mal 5,- €), Magnesium und Calcium 
 und es blieb alles drin.

Chantal, die Tante von Manuella in BagangtĂ© meldet sich noch, sie erinnert noch mal an den Eee PC den ich hier dabei habe und ihr versprochen habe. Freut mich, dass sie scharf darauf ist und sie bekommt ihn mehr als gerne. Als ich gesehen hatte wie sie sich spontan in das kleine Ding verliebt hat, blieb mir gar keine andere Wahl als ihr das GerĂ€t zu schenken. Ich hoffe sie hat Freude damit – denn bzgl. Leistung etwas in die Jahre gekommen ist das Teil ja schon, und außerdem ist Mint-Linux drauf.

William besucht uns noch und wir reden lĂ€nger ĂŒber die Vorstellungen von Kamerunern ĂŒber die Deutschen. Wusstet ihr z.B. dass die Franzosen ihre Schuhe nach Bedarf und auch auf den Preis achtend kaufen, wĂ€hrend wir Deutschen nur die besten Markenschuhe kaufen wann immer es uns gerade einfĂ€llt? Nicht? Wir auch nicht :-). Wir versuchen ihm die Diskrepanz zwischen dem was man in Kamerun ĂŒber Deutschland denkt, und der RealitĂ€t zu erklĂ€ren. An ein paar Stellen versteht William da die Welt nicht mehr – aber ich habe hier noch fast keine normalen Vorstellungen ĂŒber Deutschland angetroffen. William bekommt noch den zugesagten Zuschuss fĂŒr die Neubeschaffung seines gestohlenen Smartphones und macht sich dann wieder auf den Weg.

Der Tag klingt mit einem kurzen Einkauf (bin schweißgebadet, da komplett erschöpft), einem halben Baguette essen (hoffe das war kein Fehler) sowie Schreiben und Lesen aus.

Tag 14 (22.8.): Letzter Tag in Kamerun

Mein GedĂ€rm tut es so einigermaßen wieder – wobei sich spĂ€ter herausstellt, dass es eher nur am Nicht-Essen lag. Wir machen eine ausgedehnten Spaziergang und begeben uns zu Fuß vom hinteren Ende von Ahala, ĂŒber die zentrale Straße durch ganz Ahala, bis zur Stadt auf.

Nach unserer RĂŒckkehr packen wir irgendwann. Die Schneiderin kommt noch, wie sich herausstellt auch eine Verwandte von Sandra GaĂ«lle, und bringt die ganzen genĂ€hten Kleider. Sieht alles prima aus!

Nun noch Duschen, die letzten sauberen Klamotten anziehen, und dann kommt auch schon William, der uns zum Flughafen fahren wird. Bereits am Vortag hatten wir den Termin mit ihm vereinbart – und den vor allem „a point“ festgelegt. Also „pĂŒnktlich“. Hat prima geklappt.

Hermine, unsere Vermieterin, nimmt noch die Wohnung in Augenschein und ist zufrieden. Nach einer kleineren Verabschiedung geht es dann zum Flughafen. Wie von Sandra Gaëlle empfohlen, nehmen wir einen kostenpflichtigen GepÀcktrÀger damit unser GepÀck auch problemlos durch die Abfertigung kommt. Das klappt dann, nachdem der Preis verhandelt war, auch reibungslos.

Nach dem Check-In folgen die Sicherheits-Kontrollen:

  1. Ausreise-Formular ausfĂŒllen. Boarding-Pass und Reisepass-Kontrolle mit erneutem Foto und FingerabdrĂŒcken.
  2. Direkt dahinter, keine 5m entfernt, steht an der TĂŒr die nĂ€chste Delegation, und kontrolliert wieder den Pass.
  3. Das GepĂ€ck lĂ€uft durch die ĂŒbliche Scanner-Maschine, nur dass hier nicht sonderlich geschaut wird was das Bild zeigt – sofern dort ĂŒberhaupt eines ist, das weiß ich nicht. Foto muss ich aber weder raus nehmen, noch anschalten.
  4. Durchschreiten des Metalldetektors – so wie an europĂ€ischen FlughĂ€fen auch.
  5. Es folgt 3m weiter die nÀchste Kontrolle des Reisepasses!?
  6. Dann stehen zwei Beamte da, der Reisepass wieder kontrolliert, und das GepĂ€ck wird komplett zerlegt und in Augenschein genommen. Die kamerunischen Behörden trauen dem Scanner also wirklich nicht. Das dauert! Ehrlich! Pro Person dauert das! Schlange! Und dunkelhĂ€utigen Einheimischen wird es speziell schwer gemacht – sehr belehrende Gesten bezeugen das. Gleichzeitig mĂŒssen die Demut zeigen. Als ich an der Reihe bin lernt der kamerunische Beamte einen komplexen VAUDE-Rucksack kennen – er entdeckt die beiden HauptfĂ€cher und bekommt eins gar nicht auf. Die vielen kleinen FĂ€cher, incl. dem Deckelfach, ĂŒbersieht er gleich mal. Interessanter ist mein enthaltener Canon-Fotorucksack (Sling-Bag). Das Hauptfach öffnet er im Stehen und ist ĂŒberrascht als ich ihm in die Parade fahre um den Absturz meiner Kamera zu verhindern. Oh Mann …

Durch diesen Mist verzögert sich die Abfertigung unendlich. Das scheint jeden Abend so zu sein. Die Besatzung des schon lange wartenden Turkish Airline Fliegers nimmt es gelassen hin, dass wir zum Schluss mit fast einer Stunde VerspÀtung raus können. Boarding und Abflug war dann direkt nach dem letzten Passagier der die ganze Liste durchlaufen hatte.

Bzgl. der Sicherheit war das dann alles andere als vertrauensbildend.

Tag 15 (23.8.): RĂŒckflug

Das Flugzeug hatte dann nach kurzer Zeit eine Zwischenlandung in N’Djamena, der Hauptstadt des Tschad. Es stiegen zwar etliche aus (u.a. mein Nebensitzer), aber leider auch wieder gerade so viele wieder ein. Der Flieger blieb also voll besetzt.

Nach planmĂ€ĂŸigem Aufenthalt in Istanbul ging es dann fĂŒr uns nach MĂŒnchen. Da wir leider auch mit VerspĂ€tung in Istanbul los kamen, war die Ankunft in MĂŒnchen dann auch verspĂ€tet. Eines unserer Zugtickets nach Hause war ein Sparticket und die Zeit raste dahin – planmĂ€ĂŸige S-Bahn war nicht zu halten. Dann fehlte noch einer der Koffer von Sandra GaĂ«lle, den wir mitgenommen hatten. Also noch zum Lost & Found Schalter, Fehlanzeige aufgeben. Dann im Laufschritt, mit einer 23kg-Tasche in der Hand (fĂŒr Manuella mitgenommen und voller „duftender“ Lebensmittel) zur S-Bahn damit wir wenigstens die nĂ€chste bekommen. Im MĂŒnchener Hauptbahnhof dann von unten nach oben in den Fernbahnhof, und in letzter Sekunde in den planmĂ€ĂŸigen ICE! Hab ich schon mal erwĂ€hnt, dass die meisten ICE-Schaffner nett sind?

Kurz vor 23:00 Uhr waren wir dann zu Hause. Kinder haben uns schon erwartet und mit Plakaten, Luftballons und einem prall mit Lebensmitteln gefĂŒllten KĂŒhlschrank erwartet. Super – und Ende der Reise.