Frohe Ostern, Kamele, Bäche und Berge, 420m unter dem Meer

Ein Baum, zumindest war es mal einer, ganz oben in dieser Einöde

Zuerst einmal frohe Ostern an alle! Hier bei uns kommt das etwas zu kurz – die Umgebung in Tel-Aviv hat damit erst mal keinerlei Berührung. In diesen Tagen wird das in Jerusalem höchstwahrscheinlich anders sein, aber hier merkt man von Ostern rein gar nichts.

Gestern blieb der Beitrag erst mal aus – ich war dann am Abend nicht mehr in der Stimmung – wir ihr weiter unten vielleicht nachvollziehen könnt.

Wir hatten uns ja einen Leihwagen gemietet und so ging es Gestern über die Route 1 nach Jerusalem nach Palästina, an Jericho vorbei und auf der Route 90 am Toten Meer entlang. Martha war außer sich vor Glück, wollte sie doch unbedingt eine Wüste sehen. Bereits unmittelbar hinter Jerusalem kam sie dabei voll auf ihre Kosten. Außer vereinzelten Ziegen, Schafen und ein paar Beduinen gab es dort nur Steine und Felsen.

Das Tote Meer selbst liegt ja unter dem eigentlichen Meeresspiegel. Aktuell wohl so um die 420m. Wir konnten also ähnlich wie in Jules Vernes Roman einen Tag lang unter dem Meer leben :-)

Als erste Sehenswürdigkeit haben wir den En Gedi (Ein Gedi) Nationalpark besucht. Ist durchaus eine Sehenswürdigkeit in so einer Wüstenumgebung. Durch Pessach und Shabbat waren auch extrem viele Israelis unterwegs und so war das ein gutes Geschiebe. Erst in den höher gelegenen Regionen war es dann etwas ruhiger.

Anschließend ging es weiter in den Süden nach En Bokek (Ein Bokek) um im Toten Meer zu baden. Auch hier total überfüllt. Aber es ist schon witzig in so einem Wasser zu baden.

Die Fahrt zurück haben unsere beiden Töchter (Laura ging nicht mit und lernte statt dessen Türkisch für das Studium) dann erschöpft verschlafen. Ein paar Kilometer vor Jerusalem, noch auf palästinensischem Gebiet, haben wir dann ein arabisches Straßenrestaurant besucht. So schnell wie die Teller leer waren, haben die sicher auch nicht jeden Tag :-)

Zu Hause war dann Rückgabe des Mietwagens angesagt. Clara wohnt in Petach Tikwa, und daran waren wir an dem Tag schon zwei Mal vorbeigefahren – die Ausfahrt war nach dem Ben Gurion Flughafen in Richtung Jerusalem. Da wir noch Koffer und anderes Zeugs zu Clara zu bringen hatten, und Clara auch mal wieder im eigenen Bett schlafen wollte, ist sie mit den Koffern mitgefahren. Tja … je weiter es in die Richtung Jerusalem ging, desto mehr fiel Clara auf, dass sie da aber nicht wohnt. Unter Zeitdruck, der Wagen musste an den Flughafen, haben wir als Petach Tikwa gesucht. Die Ausfahrt war nur die Überleitung auf eine Schnellstraße in den Norden. Petach Tikwa liegt nämlich weder im Osten noch im Südosten, sondern eher im Norden von Tel-Aviv. Nun gut … über zig Straßen, Passanten fragen, … kamen wir dort an. Ich habe dann sogar meinen Rückweg gefunden und konnte den Mietwagen noch in der Zeit abgeben.

Nun musste ich ja aber noch zurück nach Tel-Aviv. Also … Zug gesucht, fährt 40 Minuten später, Ticket gekauft, gewartet und dann nach Tel-Aviv gefahren. Siegessicher, Orientierung ist für einen Mann ja das leichteste auf der Welt, aus dem Bahnhof raus und mal so gute 30 Minuten in Richtung Wohnung gewandert. Hmmmm … eigentlich hätte ich schon nach 20 Minuten zu Hause sein sollen … die Gegend wurde mir auch immer suspekter, die Häuser waren ganz anders, es ging eher bergauf, … und irgendwann war der Stolz weg und ich habe mal gefragt. Die meinten alle mein Ziel wäre zu Fuß viel zu weit weg. Irgendwann hat mich dann ein Passant in tiefer Nacht (so 23:30 Uhr) in den Bus gesetzt. Der Busfahrer versprach mir, mich an der richtigen Stelle rauszuwerfen, und so ging es dann fast eine halbe Stunde zurück. Ich „Held“ war nämlich vom Bahnhof aus komplett in die falsche Richtung losmarschiert! Nun gut, kurz nach 0:00 Uhr war ich dann nach vier Stunden Auto zurück geben auch wieder zu Hause.

Fertig, das wars, deshalb kein Blogeintrag mehr, und Du kannst zu aufhören zu lachen :-)

Nachher geht es dann raus zu Clara nach Petach Tikwa, Weißwurst-Essen! Zutaten haben wir mitgebracht (siehe Koffer von oben). Wo das ist weiß ich ja jetzt und werde es dem Sherut-Fahrer (der weiß das sich er nicht so gut wie ich) erklären :-)

Nachfolgend noch die Bilder des gestrigen Tages.

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